Gut informiert! – Erfolgreicher Abschluss aller Fachkräfteschulungen im Projekt

Im Rahmen des EU ko-finanzierten Projekts „Men Standing Up for Gender Equality“ wurden im Zeitraum von April bis Juni insgesamt 18 Fachkräfteschulungen zum Thema Weibliche Genitalverstümmelung (female genital mutilation-FGM) und Früh- und Zwangsverheiratung (early and forced marriage-EFM) von den Projektpartnern in Hamburg, Paris und Berlin organisiert und erfolgreich durchgeführt. Die Fortbildungen fanden dabei pandemiebedingt im Online-Format auf Deutsch und Französisch statt.

 

Aufklärung zu FGM und EFM

Bild 2 FachkräfteschulungAusschnitte aus der PP-Präsentation zur weltweiten Verbreitung von FGM und EFM. ©TERRE DES FEMMES

UNICEF zufolge wurden 650 Millionen der heute lebenden Frauen als Kinder verheiratet, während 200 Millionen Frauen beschnitten wurden. Beide schädlichen Praktiken sind zwar nicht immer unmittelbar miteinander verbunden, in vielen Gemeinschaften wird FGM jedoch als Übergangsritus ins Erwachsenenalter und als "Vorbedingung" für eine Verheiratung gesehen.

Es ist somit wichtig, diese beiden Formen geschlechtsspezifischer Gewalt nicht getrennt zu betrachten: Inhaltlich nahm deshalb der Zusammenhang von FGM und EFM in den Fortbildungen eine zentrale Rolle ein. Neben Ursachen, Folgen und rechtlichen Konsequenzen beider schädlichen Praktiken wurden auch Interventionsmöglichkeiten in konkreten Gefährdungssituationen besprochen und anhand von Fallbeispielen veranschaulicht.

Mehr Unterstützung für Fachkräfte

Oftmals fehlt es an Anlaufstellen, Informationen und Tipps für den richtigen Umgang mit von FGM und EFM betroffenen Mädchen und Frauen. Das Schulungsangebot richtete sich deshalb insbesondere an Fachkräfte, die in Unterkünften für Geflüchtete oder in anderen Bereichen des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesens tätig sind und in ihrem Arbeitsleben mit diesen Mädchen und Frauen in Kontakt stehen. Durch die hohe Nachfrage und Beteiligung von zahlreichen Fachkräften aus unterschiedlichsten Berufsfeldern ist es gelungen, viele offene Fragen zum Thema zu klären und einen aktiven Austausch über praktische Erfahrungen und Interventionsmöglichkeiten zur besseren Prävention von geschlechtsspezifischer Gewalt anzuregen.

Auf die Frage hin, was ihnen besonders gut an der Fortbildung gefallen hat und welche Art von Unterstützung für sie zukünftig wichtig wäre, antwortete eine Teilnehmende: „Ich würde gerne noch mehr über den richtigen Umgang mit Betroffenen erfahren, besonders in Bezug auf mein berufliches Umfeld. Vielleicht ist es ja möglich, eine Fortsetzungs- bzw. Aufbauveranstaltung im nächsten Jahr anzubieten.“

Aus dem Feedback der rund 60 SchulungsteilnehmerInnen in Berlin wurde somit deutlich: wir müssen mehr Fachkräfte für weibliche Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung sensibilisieren, um betroffene Frauen und Mädchen in Zukunft besser unterstützen zu können!

Wir bedanken uns daher sehr bei allen TeilnehmerInnen für ihr Engagement und hoffen, dass sie im Rahmen ihrer Tätigkeit auch zukünftig vermehrt Aufmerksamkeit auf diese wichtigen Themen lenken werden!

Stand 07/2021