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TERRE DES FEMMES koordiniert CHANGE Plus Projekt zur Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung in praktizierenden Communities in der EU!

Nach Schätzungen des EU-Parlaments leben in der Europäischen Union rund 500.000 von weiblicher Genitalverstümmelung betroffene sowie 180.000 gefährdete Mädchen und Frauen. TERRE DES FEMMES engagiert sich seit 1981 gegen diese schwere Menschenrechtsverletzung und hat zuletzt das CHANGE Projekt zur Abschaffung von weiblicher Genitalverstümmelung in der EU koordiniert. Am 15. Januar 2016 ist nun auch auf Initiative von TERRE DES FEMMES das neue Projekt CHANGE Plus gestartet!

Kofinanziert durch das Rights, Equality and Citizenship Programm der Europäischen Union, setzt sich TERRE DES FEMMES zusammen mit dem Plan Stiftungszentrum in Hamburg (Plan), Federatie van Somalische Associaties Nederland (FSAN) in den Niederlanden, Associação para o Planeamento da Família (APF) in Portugal, Équilibres & Populations (ÉquiPop) in Frankreich, Associazione Italiana Donne per lo Sviluppo (AIDoS) in Italien, der Coventry University in London und dem europaweiten Netzwerk End FGM für die Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung in praktizierenden Communities in der EU ein. TERRE DES FEMMES koordiniert das zweijährige internationale Projekt und bildet erstmals Schlüsselpersonen als MultiplikatorInnen in Berliner Communities aus.

Die Communities verstehen und erreichen

Um weibliche Genitalverstümmelung zu überwinden, kommt es darauf an, ob afrikanische Communities für Wandel bereit sind. Dies untersucht die Coventry University mit ihrem dafür entwickelten Community Readiness Index gemeinsam mit Plan. Dort setzt auch das Herz des Projekts an, die Ausbildung so genannter CHANGE Agents. Diese werden anschließend als MultiplikatorInnen in ihren eigenen Communities agieren und dort einen Wandel anstoßen.

Die Projektpartner wählen dafür 6-12 engagierte Mitglieder aus afrikanischen Communities aus, die im ersten Projektjahr ein intensives Training rund um das Thema weibliche Genitalverstümmelung erhalten. Im Anschluss daran klären sie in ihren Communities über die rechtlichen, kulturellen, religiösen, sozialen und gesundheitlichen Dimensionen von FGM auf und fördern so eine Änderung ihres Verhaltens. Indem die CHANGE Agents auch einflussreiche Communitymitglieder sowie kulturelle und religiöse Institutionen für das Thema sensibilisieren, soll langfristig ein Wandel bewirkt werden.

Auch TERRE DES FEMMES bildet 6 CHANGE Agents aus afrikanischen Communities in Berlin aus.

Ausweitung auf politische und institutionelle Ebene

Neben der Communityarbeit legt das CHANGE Plus Projekt einen zusätzlichen Fokus auf die Netzwerkarbeit auf politischer und institutioneller Ebene. So werden ausgewählte CHANGE Agents des Vorgängerprojekts CHANGE ein Leadership-Training durchlaufen, das sie zu so genannten CHANGE Champions ausbildet. Sie agieren einerseits als MentorInnen für die neuen CHANGE Agents und werden außerdem Netzwerkarbeit leisten und auf lokaler und nationaler Ebene den Dialog mit Fachkräften und PolitikerInnen suchen. Dadurch sollen die Belange der Communities in den politischen Entscheidungsprozess mit einbezogen und so Rahmenbedingungen geschafft werden, die gefährdete Mädchen und Frauen in der EU besser vor weiblicher Genitalverstümmelung schützen.

Erfahrungsaustausch mit afrikanischen Organisationen und EU-weite Verbreitung der Ergebnisse

Um über die Kontinente hinaus Erfahrungen im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung auszutauschen, sind zwei afrikanische Organisationen, Plan International Mali und Bangr Nooma, die Partnerorganisation von TERRE DES FEMMES in Burkina Faso, als assoziierte Partner in das Projekt eingebunden. In Skypekonferenzen werden die CHANGE Agents mit ProjektmitarbeiterInnen vor Ort in Westafrika sprechen und Erfahrungen in der Communityarbeit zu FGM austauschen, um so mit- und voneinander zu lernen.

Außerdem konnte TERRE DES FEMMES das größte europäische Netzwerk zu weiblicher Genitalverstümmelung, End FGM, für die europaweite Verbreitung der Projektergebnisse gewinnen und wird somit ein breites Publikum erreichen und für das Thema weibliche Genitalverstümmelung in der Europäischen Union sensibilisieren.

Regelmäßige Informationen und Neuigkeiten zum Projekt finden Sie auf www.change-agent.eu.

v.l.n.r.: Natalie Kontoulis (End FGM), Clara Caldera (AIDOS), Aurélie Hamelin-Desrumaux (Equipop), Linda Ederberg (TDF), Gwladys Awo (Plan), Dr. Anja Stuckert (Plan), Prof. Hazel Barrett (Coventry University), Christa Stolle (TDF), Idah Nagateregga (TDF), Charlotte Weil (TDF), Duarte Vilar (APD), Zahra Naleie (FSAN). Foto: © TERRE DES FEMMESv.l.n.r.: Natalie Kontoulis (End FGM), Clara Caldera (AIDOS), Aurélie Hamelin-Desrumaux (Equipop), Linda Ederberg (TDF), Gwladys Awo (Plan), Dr. Anja Stuckert (Plan), Prof. Hazel Barrett (Coventry University), Christa Stolle (TDF), Idah Nagateregga (TDF), Charlotte Weil (TDF), Duarte Vilar (APD), Zahra Naleie (FSAN).
Foto: © TERRE DES FEMMES
 

Stand: 03/2016

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