Vereinsgeschichte (Chronik)

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1981

Ein Artikel in BRIGITTE Anfang 1981 über die ,,Princesses Mortes"- eine Schilderung persönlicher Frauenschicksale im Mittleren Osten- ließ die Journalistin Ingrid Staehle nicht mehr in Ruhe. Sie setzte sich mit Sentinelles (die Wächter), einer in Lausanne ansässigen Menschenrechtsorganisation, in Verbindung. Sentinelles hatte diese Dokumentation unter dem Titel ,,Princesses Mortes" herausgegeben. Auf einem Treffen mit Sentinelles in Lausanne im Mai 1981 entstand die Idee, eine Organisation namens TERRE DES FEMMES mit dem Untertitel MENSCHENRECHTE FÜR DIE FRAU in Deutschland zu gründen. Die Wortähnlichkeit mit terre des hommes war beabsichtigt. Der Name soll ausdrücken (denn im Französischen bedeutet homme zugleich Mensch und Mann), dass die andere Hälfte der Weltbevölkerung, die Frauen, auch ein Recht auf menschenwürdiges Leben auf dieser Erde hat.

Im Juli 1981 fand die formaljuristische Gründungsversammlung mit 13 Frauen in einer privaten Wohnung statt. Ingrid Staehle und Barbara Hamaidia waren die ersten Vorsitzenden des Vereins. Organisatorisch bestand der Verein bis 1990 aus einem Vorstand und aktiven Städtegruppen, die alle ehrenamtlich arbeiteten. Die Städtegruppen sind über all die Jahre die Trägerinnen der inhaltlichen TERRE DES FEMMES-Aktivitäten geworden.

1982

Immer wieder machten von TERRE DES FEMMES-Mitfrauen betreute Einzelfälle die politische Brisanz des Themas deutlich. Es handelte sich vorwiegend um Migrantinnen, die sich von ihren gewalttätigen Ehemännern getrennt hatten und aufgrund des Ausländergesetzes (kein unabhängiges Aufenthaltsrecht) von der Abschiebung bedroht waren, oder es handelte sich um Asylbewerberinnen.

TERRE DES FEMMES startete eine Brief- und Unterschriftenaktion an das Europäische Parlament mit der Aufforderung, die Genfer Flüchtlingskonvention um den Zusatz ,,Niemand darf aufgrund seiner Geschlechtszugehörigkeit verfolgt werden" zu erweitern. Das Europaparlament forderte schließlich in einer Resolution 1984 die Mitgliedstaaten auf, aus frauenspezifischen Gründen Verfolgte entsprechend der Genfer Konvention als ,,Angehörige einer bestimmten sozialen Gruppe" anzusehen.

1983

TERRE DES FEMMES griff das Thema "Genitale Verstümmelung" auf und lud im Frühling 1983 Awa Thiam, eine senegalesische Aktivistin und Autorin gegen die sexuelle Verstümmelung von Mädchen zur Jahreshauptversammlung nach Frankfurt ein. Beginn der regelmäßigen Zusammenarbeit mit AGISRA (Arbeitsgemeinschaft gegen internationale sexuelle und rassistische Ausbeutung). Die Gießener Städtegruppe beschäftigte sich vorwiegend mit dem Thema Prostitutionstourismus.

1984

Das Thema ,,sexuelle Verstümmelung von Mädchen" wurde weiter vertieft und TERRE DES FEMMES unterstützte die Sektion Senegal von Cams International (Kommission für die Abschaffung sexueller Verstümmelungen). Die Städtegruppe Hannover erarbeitete Referate zu diesem Thema, die sie auf öffentlichen Veranstaltungen vortrugen, z.B. auf der Bremer Frauenwoche. Die Frauen setzten sich immer wieder dem Vorwurf des Rassismus und Einmischung in fremde Kulturen aus. Sie argumentierten dagegen, dass Frauenrechte weltweit verletzt werden und dass TERRE DES FEMMES als Menschenrechtsorganisation den Anspruch und das Recht hat, auf verschiedene Verletzungen der Menschenrechte aufmerksam zu machen, wozu auch die genitale Verstümmelung gehört.

TERRE DES FEMMES-Frauen haben immer versucht, afrikanische Frauen selbst sprechen zu lassen und sie zu unterstützen. Nicht immer war es angesichts mangelnder Finanzen möglich, Frauen aus der sogenannten Dritten Welt dazu nach Deutschland einzuladen. Im April stellte sich TERRE DES FEMMES auf dem ,,Second international interdisciplinary Congress On Women" in Groningen, Niederlande vor. Beteiligung von TERRE DES FEMMES am Tribunal zur niedersächsischen Ausländerpolitik in Hannover.

1985

Von Anfang an war es ein Anliegen von TERRE DES FEMMES, benachteiligte Frauen und Mädchen nicht nur ideell, sondern auch materiell zu unterstützen. 1985 begann die regelmäßige Projektunterstützung in der ,,3. Welt". In Kooperation mit Aktion Solidarische Welt (ASW) wird ein Frauenzentrum in Bihar / Indien mit einem monatlichen Zuschuß bis heute unterstützt. Es ist eine Zufluchtsstätte für von ihren Männern geschlagene und vergewaltigte Frauen. Ferner ist das Zentrum eine Anlaufstelle für Frauen, die einen Mann aus einer anderen Kaste oder mit einer anderen Religion geheiratet haben und deshalb von ihren Familien verfolgt werden. Die Städtegruppe Duisburg unterstützte ein Häuserbauprojekt in Ruanda. In dem Projektgebiet stellte das Zeckenfieber ein großes gesundheitliches Problem dar, von dem gerade Frauen betroffen waren, da die Männer abgewandert sind. Es wurde versucht, Abhilfe zu schaffen durch die Finanzierung des Baus neuer, zeckenfreier Häuser. Die Heidelberger Städtegruppe nahm regelmäßigen Kontakt zu einer indischen Sozialarbeiterin und Psychoanalytikerin auf und unterstützte sie finanziell, damit sie Geprächskreise aufbauen und begleiten konnte. Auch schon damals kam es wie heute zu Diskussionen über Sinn und Unsinn von Projektunterstützungen und welche Kriterien TERRE DES FEMMES dafür anlegt. Die Städtegruppe Köln erstellte dazu eine Dokumentation. Immer wieder protestierten TERRE DES FEMMES-Frauen gegen drohende Abschiebungen von Migrantinnen und Asylbewerberinnen. Die ersten Rundbriefe sind voll mit Einzelfällen.

1986

TERRE DES FEMMES griff das Thema Bevölkerungspolitik und Reproduktionstechnologien auf und organisierte dazu ein Seminar. Die Städtegruppe Gießen führte Informationsveranstaltungen durch.

Beginn der Adler-Aktion: Koreanische Arbeiterinnen aus dem Werk Flair Fashion in Süd-Korea wendeten sich um Unterstützung an Frauengruppen in Deutschland. Das Produktionswerk ist eine Niederlassung der bundesdeutschen Adler-Bekleidungswerk GmbH mit Sitz in Haibach bei Aschaffenburg. Die Frauen verlangten höhere Löhne, bessere Arbeitsbedingungen und vor allem freie Gewerkschaftswahlen. Die Städtegruppe Tübingen forderte den Gesamtbetriebsrat der Firma Adler auf, sich mit ihren Kolleginnen in Süd-Korea zu solidarisieren. Die Reaktion darauf war zunächst äußerst zurückhaltend. Ende des Jahres fand ein Treffen zwischen der Geschäftsleitung und Vertreterinnen von der TERRE DES FEMMES-Städtegruppe Tübingen sowie einer koreanischen Frauengruppe aus Berlin statt.

1987

Der Arbeitskonflikt in Süd-Korea in der Adler-Niederlassung spitzte sich zu: Die 1600 zumeist weiblichen Beschäftigten traten in einen Streik für bessere Bedingungen und wurden von Schlägertrupps vom Werksgelände geprügelt. Einige Textilarbeiterinnen wurden verhaftet und die WortführerInnen fristlos entlassen. TERRE DES FEMMES und andere Organisationen protestierten in Deutschland mit Flugblättern und Transparenten vor Adler-Modemärkten. Diese Solidaritätsaktionen erfuhren eine breite Medienresonanz, die wiederum die Adler-Geschäftsleitung zum Handeln zwang. Im August lenkte die Geschäftsleitung ein und erfüllte fast vollständig die Forderungen der ArbeiterInnen, u.a. die Forderung nach freien Gewerkschaftswahlen.

Im November/Dezember besuchten Christa Stolle, Ute Koczy von TERRE DES FEMMES und Jai Sin Pak von der Koreanische Frauengruppe Süd-Korea, um die Zugeständnisse des Adler-Managements zu überprüfen. Die Ergebnisse dieser vierwöchigen Reise sind in einer umfangreichen Dokumentation bei epd-Entwicklungspolitik mit dem Titel ,,Die Bescheidenheit ist vorbei" erschienen.

Das TERRE DES FEMMES Buch ,,Tod als Ehrensache. Frauenschicksale" erschien. Damit verwirklichte die Kölner TERRE DES FEMMES-Gruppe ein Vorhaben aus den Anfängen von TERRE DES FEMMES. Sie übersetzte die Sentinelles Dokumentation ,,Princesses Mortes" aus dem Französischen.

1988

Immer wieder stellte TERRE DES FEMMES die Mitbeteiligung der bundesrepublikanischen Gesellschaft an der Unterdrückung der Frauen in der ,,3. Welt" heraus, wie das an dem Thema Ausbeutung von Arbeiterinnen (5. Adler-Konflikt) exemplarisch aufgezeigt werden konnte. An diesem Beispiel versuchte TERRE DES FEMMES den unmittelbaren Zusammenhang zwischen der Arbeitssituation von Frauen in asiatischen Freihandelszonen und internationalen Firmen und der hiesigen Konsumgesellschaft aufzuzeigen. In eine ähnliche Kategorie fallen die Themen Frauenhandel und Sextourismus die von mehreren Städtegruppen in diesem Jahr aufgegriffen wurden: Die Freiburger Gruppe erstellte eine Dokumentation zum Thema Frauenhandel in der BRD. Die Tübinger Frauen protestieren am 25. November, dem internationalen Tag "Nein, zur Gewalt an Frauen" mit phantasievollen und witzigen Aktionen auf dem Stuttgarter Flughafen gegen den internationalen Frauenhandel.

Die Gießener Städtegruppe organisierte eine Solidaritätskampagne für eine junge Syrerin, die unehelich schwanger geworden war und vor ihren Brüdern flüchtete, die sie töten wollten, um die Familienehre zu retten. Sie wollte nach Schweden zu Verwandten, wurde aber an der Grenze abgewiesen und nach Dänemark geschickt. Dort gebar sie ihr Kind. Drei Wochen nach der Entbindung schickten die Behörden sie nach Deutschland, wo sie vorübergehend Unterschlupf fand, bis sie sich schließlich völlig entmutigt in ein kleines Dorf an der türkisch-syrischen Grenze zurückzog, wo niemand etwas von ihrem Schicksal wußte. Sie hatte inzwischen den Vater des Kindes geheiratet.

1989

Im Februar organisierte die TERRE DES FEMMES-Gruppe Nürnberg in Weißenbrunn bei Nürnberg ein Seminar zum Thema ,,Pornographie - Prostitution - Prostitutionstourismus". TERRE DES FEMMES verstärkte die Öffentlichkeitsarbeit und war mit Informationsständen auf dem Ev. Kirchentag  in Berlin und auf der Buchmesse in Frankfurt vertreten.

Wichtig wurden Solidaritätskampagnen für Frauen bestimmter Nationalitäten, wie Unterstützungsaktionen für Iranerinnen, Algerierinnen, Kurdinnen usw. So demonstrierten in diesem Jahr TERRE DES FEMMES-Frauen gegen die drohende Hinrichtung von 82 Iranerinnen mit Unterschriftenlisten, Stellungnahmen und schließlich mit einer Mahnwache vor der iranischen Botschaft mit anschließender Pressekonferenz in Bonn. Die Aktionen wurden von der Städtegruppe Freiburg koordiniert.

TERRE DES FEMMES beteiligte sich an der Gründung eines NRO-Frauenforums in Deutschland. Es ist zunächst ein informelles, unabhängiges Netzwerk von Frauen, die in nichtstaatlichen Entwicklungsorganisationen arbeiten. Das Netzwerk dient dem Austausch über Projektförderkriterien' organisationsinterne Frauenförderung und über Frauen in der ,,Entwicklung".

Die Freiburger Gruppe erarbeitete in Zusammenarbeit mit Migrantinnenorganisationen die Konzeption eines Zufluchtshauses für ausländische Frauen und bemühte sich um eine Finanzierung. Ziel ist es, dass das Haus von Migrantinnen selbstverwaltet wird.

1990

Nach verschiedenen vorhergegangenen Versuchen seitens des Vorstandes, eine bezahlte Stelle für den Verein zu schaffen, gelang es im Oktober 1990 in Tübingen, eine vom Arbeitsamt finanzierte Stelle einzurichten, die von Christa Stolle besetzt wurde. Hiermit wurde der Grundstein für den Aufbau einer Bundesgeschäftsstelle mit weiteren hauptamtlichen Kräften gelegt. Dies ermöglichte eine Ausweitung und bessere Koordination der TERRE DES FEMMES-Aktivitäten.

Die Tübinger Städtegruppe organisierte eine Solidaritätskampagne für algerische Frauen, die massiv von islamischen Fundamentalisten bedrängt werden. Es kamen 1600 Unterschriften zusammen. Im Dezember fand eine Podiumsdiskussion zum Abschluß der Kampagne in Tübingen statt.

Eine Flugblattaktion vor dem Haus eines Heiratsvermittlers mit brasilianischen Frauen in der Nähe von Freiburg führte zu einem Zivilprozeß vor dem Landgericht Freiburg. Der Heiratsvermittler verlangte eine Unterlassungserklärung wegen der Bezeichnung ,,Frauenhändler" von TERRE DES FEMMES. Die Frauen blieben aber bei ihrer Behauptung, dass diese Art von Heiratsvermittlung legaler Frauenhandel ist. Die Richter entschieden zugunsten von TERRE DES FEMMES und stellten fest, dass es sich nicht um eine Tatsachenbehauptung handelt, sondern um eine Meinungsäußerung, die eindeutig vorgeht und vom Grundrecht geschützt ist.

TERRE DES FEMMES wird Mitglied der deutschen Kampagne gegen Kinderprostitution im Zusammenhang mit dem Sextourismus in Südostasien. Die langjährige TERRE DES FEMMES Mitfrau Ute Kreckel wird zu einer der drei Sprecherinnen der Kampagne gewählt. Die Kampagne findet weltweit statt, hat ihren Sitz in Bangkok und ist zunächst auf drei Jahre begrenzt.

1991

Das Projekt der Freiburger TERRE DES FEMMES-Gruppe ,,Frauenflüchtlingshaus" nahm konkrete Formen an. Mit Hilfe der Stiftung Umverteilen wurde ein renovierbedürftiges Haus 25 km entfernt von Freiburg gekauft. Durch Darlehen, Spenden und vielen ehrenamtlichen Frauen wurde das Haus renoviert. Die Freiburger Gruppe gründete für die Verwaltung des Projektes einen eigenen Verein mit dem Titel ,,VILLA COURAGE". Bald zog die erste Migrantin mit Tochter in die frisch renovierte VILLA COURAGE ein, die damit offiziell eröffnet wurde und allen zufluchtsuchenden ausländischen Frauen offensteht. Allerdings gab es weiterhin keine gesicherten Stellen, sondern nur Honorargelder von diversen Institutionen, eine zermürbende Situation.

TERRE DES FEMMES wurde Mitglied im Trägerkreis der bundesweiten Blumen-Informationskampagne die vor allem von FIAN getragen wurde. Weitere Mitglieder sind: Brot für die Welt, Informationsstelle Kolumbien, terre des hommes, Frauensolidarität und Pestizid-Aktionsnetzwerk. Ziel ist es, für die zumeist weiblichen Beschäftigten in der Blumenindustrie eine sozial- und umweltverträgliche Anbauweise durchzusetzen.

Das jahrelang von Susanne Reichinger ausgebaute und verwaltete TERRE DES FEMMES-Archiv kam von Freiburg nach Tübingen und wurde in der Bundesgeschäftsstelle angesiedelt, wo eine Honorarkraft den weiteren Aufbau betreibt.

Durch die Schaffung von Stellen hatte TERRE DES FEMMES verstärkt Möglichkeiten, in der Öffentlichkeit präsent zu sein: So war TERRE DES FEMMES mit einem 20 qm großen Stand sowie Veranstaltungen auf dem Markt der Möglichkeiten auf dem Ev. Kirchentag im Ruhrgebiet und im Juni mit einem Stand auf der ersten Frauenmesse Deutschlands Top'91 in Düsseldorf vertreten.

TERRE DES FEMMES forderte in einer Presseerklärung zum Boykott von Paktisan International Airline (PIA) auf. PIA warb wochenlang in der deutschen Presse mit einer mädchen- und frauenverachtenden Anzeige. Auch der Deutsche Werberat wurde eingeschaltet, aber der sah mal wieder keinen Anlaß zur Beanstandung.

Protestkampagne gegen die Verleihung des Ingeborg-Bachmann-Preises an Urs Allemann für seinen Text ,,Babyficker", der im Detail den Mißbrauch von Kleinkindern darstellte und durchaus als Anregung zur Nachahmung empfunden werden konnte. TERRE DES FEMMES wurde von vielen Organisationen unterstützt und sammelte 1400 Unterschriften.

1992

Das Tübinger Bundesbüro holte in Zusammenarbeit mit der Tübinger Städtegruppe die Ausstellung ,,Frauen aus aller Herren Länder", die von Studentinnen des Lehrstuhls für Dritte Welt Pädagogik der Universität Frankfurt in dreijähriger Arbeit zusammengestellt wurde, nach Tübingen. Sie wurde drei Wochen in der Stadtbücherei gezeigt, wo auch Führungen für Schulklassen stattfanden. Parallel wurde ein umfangreiches Vortragsprogramm organisiert.

Mit Beginn des Vorbereitungsprozesses zur UN-Weltfrauenkonferenz in Peking 1995, an dem sich TERRE DES FEMMES von Anfang an aktiv beteiligte, spielte internationale Lobbyarbeit bei TERRE DES FEMMES eine wichtige Rolle. Zunächst wurden bundesweit Unterschriften für die Petition ,,Gewalt gegen Frauen verletzt die Menschenrechte" gesammelt, die sich an die UN wendete mit der Forderung, dieses Thema auf der Weltmenschenrechtskonferenz 1993 in Wien auf die Prioritätenliste zu setzen. Insgesamt wurde diese Petition in 124 Ländern verbreitet und von insgesamt 500 000 Menschen unterschrieben. Allein in Deutschland sammelte TERRE DES FEMMES 11 500 Unterschriften. Diese Aktion war sehr erfolgreich. In der offiziellen Abschlußerklärung von Wien wurden die Menschenrechte von Frauen explizit verankert.

Im Juli erhielt TERRE DES FEMMES die Nachricht, dass in Burma HIV-infizierte Prostituierte mit Zyankalispritzen ermordet wurden und ging damit an die Medien. TERRE DES FEMMES trug dazu bei, dass burmesische Regierungsvertreter thailändischen SozialarbeiterInnen und internationalen Hilfsorganisationen erlaubten, im burmesisch-thailändischen Grenzgebiet zu arbeiten und sich um die Opfer des Frauenhandels zu bemühen. Burmesische Frauen werden meist auf illegalen Wegen nach Thailand in die Prostitution verschleppt.

TERRE DES FEMMES begann die Unterstützungsarbeit für vergewaltigte und vertriebene Frauen im ehemaligen Jugoslawien mit Spendenaufrufen, Presseerklärungen, Protestbriefen an die Bundesregierung und der Weitergabe von Informationen.

TERRE DES FEMMES unterstützte die Studentinnen der Fachhochschule Fulda, die sich gegen sexuelle Belästigungen seitens männlicher Hochschullehrer (,,Bettschein-Affäre") wehrten. Die betroffenen Studentinnen wurden als ,,Sekte" von der Hochschulleitung diffamiert. TERRE DES FEMMES-Aktivistin Monika Gerstendörfer entwickelte als Folge dieser Art von Gewalt gegen Frauen einen Fragebogen zur sexuellen Belästigung von Studentinnen, der über den TERRE DES FEMMES-Rundbrief verbreitet wurde.

In diesem Jahr standen die Aktionen rund um den 25. November, dem internationalen Tag ,,Nein, zur Gewalt an Frauen", unter dem Schwerpunkt ,,Kinderpornographie und Kinderprostitution". Die Städtegruppe Tübingen mietete für eine Woche eine Plakatwand an. Sie schrieb darauf den Slogan ,,Kinderprostitution: Kein Urlaubsvergnügen - ein Verbrechen". Die Tübinger Geschäftsstelle erarbeitete eine Broschüre zu dem Thema, die auch in Reisebüros verteilt wurde, damit sie den Reiseunterlagen für Touristen nach Asien und anderen Ländern der ,,Dritten Welt" beigelegt werden kann. Ferner übergaben Mitfrauen aus der Tübinger Städtegruppe der Staatsanwaltschaft Pornohefte, die sich auf Kindersex spezialisiert hatten und aus Tübinger und Reutlinger Sexshops stammten. Das Verfahren wurde allerdings nach einem Jahr eingestellt, da nicht nachgewiesen werden konnte, dass es sich bei den abgebildeten Mädchen um Minderjährige (unter 16 Jahren) handelte.

1993

TERRE DES FEMMES war aktiv an den Vorbereitungen zur Weltfrauenkonferenz Peking 1995 auf nationaler und internationaler Ebene beteiligt. Zunächst galt es aber gegen den geplanten Ort Peking zu protestieren. Zusammen mit dem NRO-Frauenforum und Germanwatch fand eine Pressekonferenz über Menschenrechtsverletzungen an Frauen in China und Tibet in Bonn statt, wo auch ein kurz vorher fertiggestelltes, gleichnamiges Dossier vorgelegt wurde.

Frauen von TERRE DES FEMMES arbeiteten ebenso in von der Bundesregierung installierten Arbeitsgruppen zur Erstellung eines nationalen Lageberichts mit, wie auch in Gruppen des außerparlamentarischen Spektrums, vor allem des NRO-Frauenforums.

Ende April zog die TERRE DES FEMMES-Bundesgeschäftsstelle in größere Räumlichkeiten und verband den Umzug mit einem Fest und einer Pressekonferenz.

Vertreterinnen von TERRE DES FEMMES nahmen an der UN-Weltkonferenz für Menschenrechte in Wien teil. Das internationale Tribunal zu weltweiten Menschenrechtsverletzungen an Frauen war die beeindruckendste Veranstaltung auf dem NRO-Forum und fand in den Medien große Beachtung. In Wien erreichten Frauenrechtsaktivistinnen aus aller Welt, dass in der UN-Abschlußerklärung Gewalt gegen Frauen explizit verurteilt wurde. Die deutschen NROs waren in Wien schlecht organisiert. Deshalb wurde direkt nach der Konferenz nach Wegen gesucht, die Menschenrechtsarbeit in der BRD in Zukunft besser zu koordinieren. Dieser Weg führte zur Gründung des Forum Menschenrechte, an dem sich die langjährige Vorstandsfrau Ute Koczy intensiv beteiligte.

Im August kritisierte TERRE DES FEMMES in einer Presseerklärung ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts, welches islamische Mädchen vom Sportunterricht befreit.

TERRE DES FEMMES rief zusammen mit der Tübinger Initiative Frauen für Frauen zu Spenden für ein Frauenflüchtlingsprojekt in lvanic Grad in der Nähe von Zagreb auf, wo zu 80 Prozent bosnische Frauen mit Kindern leben. Zwei Tübinger Frauen arbeiteten in dem Projekt mit. Die Tübinger Lokalzeitung ,,Schwäbisches Tageblatt" beteiligte sich über Weihnachten an dieser Spendenaktion. Dieser Aufruf führte dazu, dass knapp 130 000 DM für dieses Projekt gespendet wurden. TERRE DES FEMMES übernahm aufgrund des gemeinnützigen Status die Verwaltung der Projektgelder.

Anläßlich des Tag des Kindes (20. September) organisierte TERRE DES FEMMES eine Protest-Aktion mit Flugblättern und Transparenten vor der Stuttgarter Hauptniederlassung von Hetzel Reisen. Im Laufe der Aktion kam es zu einem Gespräch mit der Geschäftsleitung. Ähnliche Aktionen unternahmen terre des hommes-Gruppen vor anderen Reiseveranstaltern. Ziel dieser Aktionen war es, dass Reiseveranstalter einen Vertrag mit terre des hommes unterschreiben, in dem sie sich verpflichten, keine Kinderprostitution in ihren Vertragshotels zuzulassen und die Aufkärungarbeit zu diesem Problem besonders in Thailand, auf den Philippinen, in Brasilien und in Sri Lanka zu fördern. Diese Aktion war erfolgreich. Alle großen Reiseveranstalter haben im Laufe der Zeit diese Selbstverpflichtung unterschrieben.

TERRE DES FEMMES beschäftigte sich seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum § 218, wonach Abtreibung rechtswidrig ist, aber unter bestimmten Bedingungen straffrei bleibt, wieder verstärkt mit dem Recht auf Abtreibung.

Anläßlich des 25. November, dem Tag ,,Nein, zur Gewalt an Frauen" startete TERRE DES FEMMES eine Kampagne zur Gewalt an Frauen im Fernsehen. Brigitte Ehrich-Dornis, neue Referentin in der Tübinger Geschäftsstelle hatte seit Sommer zu einer Kampagne mit vielen Aktionsideen mobilisiert, u. a. mit einer Postkartenaktion an verantwortliche Personen aus dem Bereich. Wichtigste Ereignisse waren zwei parallele Kundgebungen vor den Privatsendern PRO 7 in München und RTL in Köln. In Köln hatte die Städtegruppe tatkräftig gearbeitet. Die Zahl der Demonstrantinnen blieb in beiden Städten sehr klein, dafür überstieg die Zahl der MedienvertreterInnen zeitweise die der Demonstrantinnen. In einem späteren Gespräch gab uns die Geschäftsbereichsleiterin Presse und Öffentlichkeitsarbeit bei PRO 7 deutlich zu verstehen, dass die anhaltende öffentliche Gewaltdiskussion und die TERRE DES FEMMES-Aktionen Wirkung gezeigt hatten. PRO 7 stellte sein Vorabendprogramm von Action auf gewaltfreie Comedy um.

1994

Stellungnahme von TERRE DES FEMMES zum von der Böll-Stiftung initiierten Streitgespräch um das Emma-Dossier Islam und Fundamentalismus. TERRE DES FEMMES äußerte Befürchtungen, dass daraus ein Rassismus-Tribunal gegen Emma werden könnte und damit eine sachliche Auseinandersetzung mit einer radikal-feministischen Kritik an frauenfeindlichen Strukturen in fremden Kulturen und Religionen von vornherein zunichte gemacht werde.

Im März veranstaltete TERRE DES FEMMES in Zusammenarbeit mit dem 3.Welt Haus Bielefeld und dem Buntstifte e.V. eine Tagung zum Thema ,,Frauen auf der Flucht. Geschlechtsspezifische Fluchtursachen und europäische Flüchtlingspolitik" in Bonn. Susanne Hübel, langjährige Mitfrau und ehemalige TERRE DES FEMMES-Rundbriefredakteurin, wurde für die Vor- und Nachbereitung eingestellt. Eine Dokumentation der Tagung erschien vier Monate später.

Die Vorbereitungen für die Weltfrauenkonferenz hielten verschiedene TERRE DES FEMMES-Mitarbeiterinnen in Atem: TERRE DES FEMMES forderte in Briefen an die Generalsekretärin der 4. Weltfrauenkonferenz, Gertrude Mongella, die ungehinderte Teilnahme von Exil-Tibeterinnen an der Weltfrauenkonferenz in Peking. Eine TERRE DES FEMMES-Vertreterin nahm im April an der Europäischen Konferenz (EG-Staaten) zur Vorbereitung der 4. Weltfrauenkonferenz in Toledo, Spanien teil. TERRE DES FEMMES war mit drei Frauen bei dem europäisch-nordamerikanischen UN-Vorbereitungstreffen zur Weltfrauenkonferenz im Oktober in Wien, sowohl auf dem vorausgegangenen NRO-Forum als auch bei der offiziellen Konferenz vertreten. Ziel dieser Konferenz war es, einen regio-nalen Aktionsplan zur Förderung von Frauen zu verabschieden.

28. Mai ,,Internationaler Aktionstag für Frauengesundheit". TERRE DES FEMMES schloß sich der Kampagne von Women's Global Network for Reproductive Rights aus Amsterdam für sichere und legale Abtreibung für alle Frauen an und übergab entsprechende Forderungen der deutschen Presse. TERRE DES FEMMES übersetzte die dazu erschienene Broschüre ins Deutsche.

Im Juni konstituierte sich eine interministerielle Fachkommission Frauenhandel im Frauenministerium Baden-Württembergs. Die TERRE DES FEMMES-Geschäftsführerin war als Sachverständige geladen.

TERRE DES FEMMES startete eine Unterschriftenkampagne zur Strafverfolgung von deutschen Sextouristen, die Kinder im Ausland sexuell mißbrauchen. Die Kampagne forderte die zuständigen deutschen Ministerien auf, sich dafür einzusetzen, dass die BRD Rechtshilfeabkommen mit den betroffenen Ländern abschließt, um eine effektive Strafverfolgung der Täter in Deutschland zu gewährleisten. Der sexuelle Mißbrauch von Kindern im Ausland ist seit September 1993 unter Strafe gestellt. Diese Strafrechtsrevision ist ein konkretes Ergebnis der dreijährigen Kampagne gegen Kinderprostitution im Sextourismus.

TERRE DES FEMMES erhielt für den Aufbau eines Sachgebietes ,,Gewalt an Frauen in Deutschland" eine ABM-Stelle vom Arbeitsamt Tübingen-Reutlingen. Monika Gerstendörfer stellte sich dieser Aufgabe und begann gleich, die Kampagne rund um den 25. November zu organisieren.

Im September protestierte TERRE DES FEMMES anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Gründung der Weltbank gegen die Weltbank-Politik und ihren verheerenden Auswirkungen auf Frauen, besonders in der ,,3. Welt".

Die Städtegruppe Bochum und die seit 1991 tätige ehrenamtliche Türkei-Kurdistan-Koordinatorin Thea Struchtemeier organisierten eine Rundreise kurdischer Frauen aus der Türkei durch Deutschland mit über 20 Veranstaltungen. Nach vielen Schwierigkeiten, u.a. wurden die eingeladenen Frauen am Flughafen in Istanbul verhaftet und erst nach massiven Protesten frei gelassen, kam die Rundreise im Oktober mit zwei Frauen zustande.

TERRE DES FEMMES initiierte eine große Kampagne anläßlich des 25. November, dem Tag ,,Nein, zur Gewalt an Frauen", um endlich die Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe zu stellen. Tausende von Postkarten mit entsprechenden Forderungen (an die GesetzgeberInnen, an das Justizministerium und an das Innenministerium) wurden bundesweit verteilt, damit möglichst viele Personen diese Postkarten an die jeweiligen AdressatInnen verschicken. Viele Organisationen unterstützten unsere Forderungen mit eigenen Unterschriftensammlungen und Presseerklärungen.

Internationale Vernetzung zeigte sich auch in Besuchen: Das TERRE DES FEMMES-Büro erhielt immer wieder Besuch von Delegationen aus südlichen Ländern (Indonesien, Brasilien, Tahiti).

1995

Im Bundestag wurde die alte Forderung nach der Bestrafung der Vergewaltigung in der Ehe debattiert. SPD, PDS und der Bundesrat legten ihre Entwürfe vor. TERRE DES FEMMES beteiligte sich an der Diskussion zur längst fälligen ,,Reform" des Vergewaltigungsparagraphen §177 StGB mit eigenen Stellungnahmen, Presseveröffentlichungen, Podiumsdiskussionen, Teilnahme an einer Fernsehsendung, Informationsveranstaltungen und weiteren Protestpostkarten.

Das Thema ,,Computerpornographie" fand aufgrund eines dpa-Interviews weite Verbreitung in den deutschen Medien.

Im Februar veranstaltete die TERRE DES FEMMES-Regionalgruppe Wetteraukreis ein Seminar über Genitalverstümmelung in Kronberg im Taunus. Als Referentin war eine Vertreterin von FORWARD aus London eingeladen. FORWARD ist eine englische Organisation, die vor allem in London Aufklärung und Beratungsarbeit zu Genitalverstümmelung macht. In London ist der Anteil der Migrantinnen aus afrikanischen Ländern, die die genitale Verstümmelung an Mädchen praktizieren, sehr hoch. Aus dem Seminar ging die ,,TERRE DES FEMMES-Arbeitsgemeinschaft Genitalverstümmelung" mit Sitz in Hamburg hervor. Das Netzwerk hat sich zur Aufgabe gemacht, Aufklärungsarbeit in Deutschland zu leisten, sowie Protestaufrufe von afrikanischen Frauen zu verbreiten und zu unterstützen.

Im März veranstaltete die TERRE DES FEMMES-Städtegruppe München ein Seminar ,,Menschenrechte für Frauen - die Bedeutung der Weltfrauenkonferenz in Peking und der Wiener Menschenrechtskonferenz für die politische Praxis" in Würzburg. Das Seminar diente der Information über die Weltfrauenkonferenz in Peking und der Vorbereitung für die Frauen, die nach Peking reisen würden.

Im Juli war TERRE DES FEMMES wieder mit einem Stand auf der Top '95 in Düsseldorf vertreten. Das Programm bestand aus Vorträgen, Theater, Pantomime und Videos.

Juli und August waren von der Pressearbeit zur Weltfrauenkonferenz geprägt. Wegen einer Hinrichtungswelle in China kurz vor Beginn der Konferenz hatten die Medien ein besonderes Interesse an Interviews mit TERRE DES FEMMES-Vertreterinnen- auch im Hinblick auf die Frage eines Boykotts, die allerdings bei den meisten Frauenorganisationen nicht mehr aktuell war. Mehrere TERRE DES FEMMES-Mitfrauen nahmen an den Veranstaltungen des Forums der Nichtregierungsorganisationen in Peking teil. Jetzt ging es darum, Lobbyarbeit bei den Regierungsdelegationen zu leisten, um die befürchteten Rückschritte im Abschlußdokument, der Aktionsplattform, zu verhindern. Glücklicherweise wurde die für TERRE DES FEMMES so wichtige Anerkennung der Frauenrechte als Menschenrechte bestätigt. Frauen sollen bei der Ausübung ihrer Menschenrechte keinen kulturellen und religiösen Einschränkungen unterliegen. Nie zuvor wurde die Gewalt an Frauen wie Genitalverstümmelung und Vergewaltigung so deutlich benannt und verurteilt.

Im August kam die erste TERRE DES FEMMES-PLANERIN im DIN-A5 Format auf den Markt.

Im September protestierte TERRE DES FEMMES bei verschiedenen Stellen und in den Medien massiv gegen das Todesurteil für Sarah Balabagan, eine 16-jährige Filipina, die ihren Arbeitgeber in den Vereinigten Arabischen Emiraten tötete, als er sie vergewaltigte.

Im November ging TERRE DES FEMMES neue Wege der Finanzbeschaffung und Öffentlichkeitsarbeit: am 5. November fand während der Ausstellungseröffnung ,,Bibel-Frauen" eine Versteigerung von Werken der Künstlerin Editha Pröbstle zugunsten von TERRE DES FEMMES statt. Am 25. November veranstaltete die Geschäftsstelle in Tübingen ein Solidaritätskonzert unter dem Motto ,,Männer singen für Frauenrechte". Zwei Männerchöre trugen auf witzige und einfallsreiche Weise Lieder aus den letzten 60 Jahren vor. Gleichzeitig feierte die Bundesgeschäftsstelle in Tübingen ihr fünfjähriges Bestehen.

Am 25. November, dem internationalen Tag ,,Nein, zur Gewalt an Frauen", demonstrierten TERRE DES FEMMES-Gruppen bundesweit gegen Vergewaltigung und den §19 des Ausländergesetzes, welches das eheabhängige Aufenthaltsrecht des ausländischen Ehepartners regelt. Dieser muß mindestens vier Jahre (in Härtefallen drei Jahre) verheiratet sein, bevor er/sie ein eigenständiges Aufenthaltsrecht erlangt. Für zahlreiche ausländische Ehefrauen bedeutet das, dass sie jahrelange Torturen und Gewalt durch ihren Mann ertragen müssen.

Im Dezember war die Sachgebietsreferentin ,,Gewalt an Frauen in Deutschland" eine gefragte Expertin im Bundestag. Im Rechtsausschuß des Bundestages bezog sie Stellung zur geplanten Gesetzesreform §§177ff. StGB (Vergewaltigung in der Ehe) und forderte die Strafbarkeit der Vergewaltigung in der Ehe ohne Wenn und Aber. Die Regierungskoalition favorisierte einen Gesetzentwurf, der eine Widerspruchsklausel vorsieht, wonach das Opfer bis zur Hauptverhandlung Widerspruch gegen das Verfahren einlegen kann - ein Novum in der deutschen Rechtsgeschichte, da es sich um ein Offizialdelikt handelt. Bei anderen Gewalttaten gibt es kein Widerspruchsrecht.

1996

Im Februar wurde ein Reiseunternehmen-Inhaber in der Umgebung von Tübingen wegen Aufrufs zum sexuellen Mißbrauch von Kindern verurteilt. Eine TERRE DES FEMMES-Mitarbeiterin hatte der Staatsanwaltschaft Unterlagen über das Unternehmen zukommen lassen, welches offen für Sextourismus geworben und speziell einen pädophilen Kundenkreis angesprochen hatte. Der Inhaber wurde zu neun Monaten auf Bewährung und 2000 DM Geldstrafe verurteilt.

Anfang März veranstaltete TERRE DES FEMMES in Bonn ein weiteres Seminar zum Thema Genitalverstümmelung. Es wurde deutlich, dass die Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit verstärkt werden muß. Für diese Aufgaben sind hauptamtliche Fachfrauen vonnöten. Die AG-Genitalverstümmelung bemüht sich deshalb um eine Finanzierung für eine Anlaufstelle.

Am 8. März begann TERRE DES FEMMES eine Kampagne zum Thema Frauenrechte und Sport. Anlaß waren die Olympischen Spiele in Atlanta, an denen 35 Staaten mit nur männlichen Athleten teilnahmen. TERRE DES FEMMES unterstützte die Initiative ,,Atlanta Plus", die sich dafür einsetzt, dass Frauen nicht mehr aufgrund ihres Geschlechts von den Olympischen Spielen ausgeschlossen werden. TERRE DES FEMMES hat neben einer Presseerklärung eine Postkartenaktion mit Forderungen an das IOC entwickelt. Darin wurde gefordert, dass Geschlechterapartheid genauso sanktioniert wird, wie wenige Jahre zuvor die Rassenapartheid. Südafrika war jahrelang aus der Olympischen Bewegung ausgeschlossen.

Im Rahmen des Forum Menschenrechte veranstaltete TERRE DES FEMMES am 25. April 1996 ein Hearing mit dem Titel ,,Vergewaltigung - Verbrechen an Frauen in Kriegs- und Friedenszeiten". Über 200 VertreterInnen aus Politik, Medien sowie Menschenrechts- und Frauenorganisationen nahmen daran teil. Dieses Hearing sollte der Höhepunkt unserer fast zweijährigen Lobbyarbeit zur Strafbarkeit von Vergewaltigung in der Ehe sein. Aber erst ein Jahr nach dem Hearing entschied der Bundestag nach langem Hin und Her, dass Vergewaltigung in der Ehe unter Strafe gestellt wird, ohne die umstrittene Widerspruchsklausel, mit der eine Ehefrau die eingeleitete Strafverfolgung gegen ihren Ehemann hätte stoppen können. Eine Bastion männlicher Vormacht ist damit gefallen, die schon vor 25 Jahren zu kippen versucht wurde. Bereits 1972 wollten die sozialdemokratischen Frauen das Sexualstrafrecht reformieren.

Die Mitfrauenversammlung im Mai beschloß, dass der TERRE DES FEMMES-Bundesverband der ,,Clean-Clothes-Campaign" beitritt. Diese Kampagne verfolgt das Ziel, deutsche Firmen zur Unterzeichnung einer ,,Charta für fairen Handel" zu gewinnen. Die Charta beinhaltet die Durchsetzung von menschenwürdigen Arbeitsbedingungen und Arbeitsplätzen in der Textilindustrie. Dieses Thema bildete auch den Schwerpunkt für bundesweite Aktionen am 25. November, dem internationalen Aktionstag ,,Nein, zur Gewalt an Frauen." Eine eigens dafür erstellte Aktionsmappe mit Hintergrundinformationen, Adressen, Flugblatt, Material für Stellwände und vorgefertigten Protestpostkarten half vielen Gruppen bei den Vorbereitungen.

Die Postkartenaktion richtete sich an Textilhäuser in Deutschland. Konsumentinnen schickten die vorbereiteten Postkarten an Firmen, um diese aufzufordern, nur Produkte aus Betrieben zu verkaufen, in denen soziale Mindeststandards für die Arbeiterinnen gewährleistet sind und dies auch durch neutrale Kontrollen überprüft werden kann.

Auch im Jahre 1996 war die Koordination für die deutsche Arbeitsgemeinschaft gegen Kinderprostitution im Sextourismus- ein Zusammenschluß von 26 Nichtregierungsorganisationen in Deutschland in der Bundesgeschäftsstelle von TERRE DES FEMMES in Tübingen ansässig. Die Koordinatorin trug in Zusammenarbeit mit den nationalen Kampagnen gegen Kinderprostitution wertvolle Informationen über deutsche Straftäter in Thailand und den Philippinen zusammen und übergab diese den Staatsanwaltschaften. In mehreren Fällen wurden langjährige Haftstrafen verhängt. TERRE DES FEMMES war auch auf dem ersten ,,UN-Weltkongreß gegen kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern" Ende August in Stockholm vertreten. Daraus entwickelte sich für Deutschland ein runder Tisch mit dem Schwerpunkt ,,Verbesserung der Strafverfolgung und Schutz von Kindern vor kommerzieller sexueller Ausbeutung", an dem alle zuständigen Bonner Ministerien sowie Vertreterinnen der Menschenrechts- und Kinderschutzorganisationen teilnahmen.

1997

Am 8. März fanden bundesweit Aktionen rund um das Thema Ausbeutung von Textilarbeiterinnen statt.

Am 14. April tagte die erste ,,Symbolische Härtefallkommission" von TERRE DES FEMMES und ,,Medica Mondiale" mit anschließender Pressekonferenz, um die Abschiebung extrem traumatisierter Frauen nach Bosnien zu verhindern. TERRE DES FEMMES und Medica Mondiale forderten einen gesicherten Aufenthaltsstatus für traumatisierte Frauen aus Kriegs- und Krisengebieten sowie das Recht auf kostenlose medizinische und psychotherapeutische Behandlung.

Ende April organisierten die Bündnis-Grünen in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung eine Anhörung zu Genitalverstümmelung im Bundestag, wo auch TERRE DES FEMMES mit einer Sachverständigen geladen war. Die Anhörung verursachte eine längere Kontroverse in bundesdeutschen Zeitungen.

Die Bundesgeschäftsstelle in Tübingen platzte aus allen Nähten und mußte im Juni innerhalb Tübingens umziehen. Entschädigt wurden die mittlerweile zehn Mitarbeiterinnen durch fast doppelt soviel Platz.

Am 1. Juli wurde mit Hilfe einer ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme) eine halbe Stelle für die Koordination der Textilkampagne besetzt.

Das Thema Genitalverstümmelung ist diesjähriges Schwerpunktthema des internationalen Tags: ‘Nein, zur Gewalt gegen Frauen’. Es wurde ein Plakatkampagne mit Begleitinformationen und -veranstaltungen entwickelt, die in mehreren deutschen Großstädten großes Aussehen erregte. Im Zentrum des Plakates steht das Photo eines schmerzverzerrten Mädchengesichtes, die gerade im Hinterzimmer eines Barbiers in Ägypten verstümmelt wird. Bestürzung löste die Aufhebung des Verbots der Genitalverstümmelung in Ägypten aus, eine von TERRE DES FEMMES initiierte Protestkampagne hatte weltweite Resonanz. Glücklicherweise verbot im Dezember das oberste Verwaltungsgericht die Genitalverstümmelung in Ägypten endgültig.

Ebenfalls im Dezember startete TERRE DES FEMMES eine Spenden- und Öffentlichkeitsaktion für eine schwangere dreifache Mutter in Tschetschenien, die von der Hinrichtung bedroht war, weil sie angeblich ihren Mann umgebracht hatte. Es hatte nie ein faires Gerichtsverfahren stattgefunden. Die Frau konnte vor dem Tod gerettet werden.

Im Rahmen der Kampagne für faire Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie führen TERRE DES FEMMES-Mitarbeiterinnen erste Gespräche mit großen Handelsunternehmen wie Hennes & Mauritz in Hamburg und Karstadt in Essen. Zur Unterstützung der Forderungen wurde den FirmenvertreterInnen über 1300 von TERRE DES FEMMES gesammelte Unterschriften überreicht. Insgesamt wurden über die deutsche Kampagne für saubere Kleidung 200 000 Postkarten mit Forderungen, die schwerpunktmäßig an C&A, Hennes & Mauritz und den Otto Versand gerichtet waren, verteilt.

Die Firmen sollen einen von der Kampagne, die europaweit getragen wird, entwickelten Verhaltenskodex unterschreiben, der Vereinigungs- und Tariffreiheit, Arbeitszeitbeschränkung, sichere und gesunde Arbeitsbedingungen, angemessene Löhne, keine Kinderarbeit usw. vorsieht. Der größte Streitpunkt dabei ist das unabhängige Kontrollsystem, welches von der Kampagne gefordert wird und von den meisten Firmen abgelehnt wird, weil sie um ihre Wettbewerbsfähigkeit fürchten.

1998

Im Januar wird die langjährige Vorstandsfrau von TERRE DES FEMMES Regina Kalthegener als Sprecherin des Forum Menschenrechte gewählt. Im Rahmen dieses prestigefördernden aber auch arbeitsreichen Ehrenamts übernimmt TERRE DES FEMMES für zwei Jahre das Sekretariat des Forum Menschenrechte in Bonn. Es wurden offizielle Gespräche mit VertreterInnen der Bundesregierung und mit der UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Mary Robinson geführt.

Anläßlich des 8. März, Internationaler Frauentag, startete TERRE DES FEMMES eine Unterschriftenkampagne für die Frauen in Afghanistan, die seit dem Sieg der ultraislamistischen Taliban im September 1996 völlig aus dem öffentlichen Leben verbannt und entrechtet sind. Die Unterschriften sollen Druck auf die UNO ausüben, diese Situation nicht länger hinzunehmen.

Im März konnten wir endlich das langersehnte 1000ste Mitglied begrüßen.

TERRE DES FEMMES bereitete sich auf die Schwerpunktkampagne zum Thema Frauenhandel vor. Es wurde eine Aktionsmappe und ein Faltblatt erstellt.

Am 25. November, dem internationalen Tag, „Nein, zur Gewalt an Frauen" wurde eine Plakatkampagne mit acht verschiedenen Schriftplakaten vorgestellt. Diese Plakate sind ein Gemeinschaftsprodukt des Koordinierungskreis gegen Frauenhandel und Gewalt an Frauen im Migrationsprozeß, dem vorwiegend Beratungsstellen angehören. TERRE DES FEMMES ist seit Mai Mitglied. Auf der Mitgliederversammlung im April wurde ein Arbeitskreis Frauenhandel innerhalb von TERRE DES FEMMES gegründet.

1999

Ende Januar müssen wir wegen Finanzierungsmangel die Koordinationsstelle der Deutschen Arbeitsgemeinschaft gegen Kinderprostitution im Sextourismus aufgeben, die seit 1994 in der Bundesgeschäftsstelle angesiedelt war. Damit fällt auch das gleichnamige Schwerpunktgebiet für TERRE DES FEMMES weg.

Im März erhält TERRE DES FEMMES zum ersten Mal in der über 18-jährigen Geschichte einen Preis: den top-Preis der Messe Düsseldorf. Neben der Ehre gibt es auch 10 000 DM Preisgeld. Als Preisträgerin dürfen wir natürlich Mitte April auf der größten deutschen Frauenmesse, der top ‘99 in Düsseldorf nicht fehlen. Wir sind dort mit einem Stand und einer Veranstaltung über unsere Themen vertreten.

Im April wenden wir uns mit einem Spendenbrief an unsere UnterstützerInnen, in dem wir um Spenden für zwei wichtige Vorhaben bitten:

  1. Die Erstellung und Herausgabe eines mehrsprachigen Informationsblattes über Genitalverstümmelung für MigrantInnen.

  2. Die Konzeption und Durchführung einer Fachtagung für medizinisches Personal zum Thema Genitalverstümmelung.

Im Juni gibt TERRE DES FEMMES eine umfassende Publikation unter dem Titel „Weibliche Genitalverstümmelung. Eine fundamentale Menschenrechtsverletzung.“ heraus. Die Städtegruppe Göttingen unter Federführung von Petra Schnüll hat sie erarbeitet.

Ende Juni läuft die zweijährige AB-Maßnahme für die Kampagne „Saubere Kleidung“ aus. TERRE DES FEMMES kann die Halbtagsstelle nicht aus eigenen Mitteln weiterfinanzieren. Damit fehlt wieder eine feste Ansprechpartnerin für den Bereich in der Geschäftsstelle. Glücklicherweise führt die ehrenamtliche Arbeitsgemeinschaft in begrenztem Umfang die begonnenen Aktivitäten fort. Die Kampagne strebt die Unterzeichnung einer Sozialcharta durch die größten Bekleidungsunternehmen an.

Im Juni nimmt TERRE DES FEMMES mit einem Stand am 28. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Stuttgart teil.

Im Juli startet das Referat Genitalverstümmelung eine Umfrage unter allen deutschen Hebammenschulen, inwieweit das Thema in die Ausbildung integriert ist. Lediglich fünf Schulen hatten das Thema im Unterricht aufgegriffen.

Am 6. Oktober besuchten fünf Vertreterinnen vom ECA-Widnet, Afrika die Bundesgeschäftsstelle in Tübingen und berichteten von der Lebenssituation afrikanischer Frauen in Eritrea, Tansania, Äthiopien, Uganda, Kenia, Sambia, Sudan und Malawi. Die Presse war ebenfalls eingeladen.

TERRE DES FEMMES publiziert im Oktober das Faltblatt „Coole Klamotten“ zum Thema Ausbeutung von Textilarbeiterinnen, das sich speziell an Jugendliche wendet.

Anfang November gründet die Städtegruppe Dortmund einen Arbeitskreis „Wir brechen ein Tabu!“ und startet eine Städtekampagne unter dem Titel „Keine weibliche Genitalverstümmelung -nirgendwo- auch nicht in Dortmund.“

Zum 25. November, dem Internationalen Tag „Nein, zur Gewalt an Frauen“ konnten wir erfolgreich unsere lang geplante „Männerkampagne“ zum Thema Zwangsprostitution in Baden-Württemberg durchführen. Mit dieser Kampagne haben wir in dreierlei Hinsicht neue Wege beschritten: 1. der Versuch, die Zielgruppe Männer – in diesem Fall die Freier – zu erreichen, um ihnen eine Mitverantwortung deutlich zu machen; 2. andere Formen der Öffentlichkeitsarbeit, z.B. durch eine Hotline und durch eine Schirmherrschaft, für die wir den bekannten Fernsehmoderator Roger Willemsen gewinnen konnten; 3. eine Kooperation mit Männerberatungsstellen und Männerpädagogen, die auch die Hotline für Männer bedienten.

2000

Rechtzeitig zur Jahrtausendwende erscheint die TERRE DES FEMMES-Zeitschrift im neuen Outfit.

Im Januar gründet sich offiziell die Städtegruppe Berlin und beschäftigt sich zunächst mit der Durchsetzung besserer Arbeitsbedingungen von Textilarbeiterinnen in der „Dritten Welt“.

Im Februar startet die Wanderausstellung „Weibliche Genitalverstümmelung in Nigeria. Das Leiden. Das Unglück. Der Rückschlag.“ in Deutschland. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt von TERRE DES FEMMES, INTACT und FORWARD.

TERRE DES FEMMES-Mitarbeiterinnen treffen im Januar in der Schweiz die afghanische Ärztin Sima Samar und vereinbaren gemeinsame Aktionen gegen die Unterdrückung der afghanischen Frauen.

Im Februar findet in Köln ein großes Symposium aller Organisationen statt, die mit Genitalverstümmelung befasst sind, um sich stärker zu vernetzen und gemeinsam gegen diese schwere Form der Menschenrechtsverletzung zu arbeiten. Ein Ziel ist die Einrichtung einer gemeinsamen Datenbank, die bei TERRE DES FEMMES ansässig sein wird.

Im März legt die Städtegruppe Biel den Grundstein für einen europäischen Dachverband von TERRE DES FEMMES und gründet eine offizielle Sektion in der Schweiz.

Anlässlich des 8. März übergibt TERRE DES FEMMES zusammen mit dem Deutschen Frauenrat über 18.000 Unterschriften gegen Frauenhandel an den Vorsitzenden der deutschen Innenministerkonferenz und fordert die Landesregierungen auf, die psychosoziale Betreuung und die Rechtsbeihilfe für Opfer von Frauenhandel zu verbessern. Dazu gehört die Forderung nach einer Aufenthaltserlaubnis, damit die betroffenen Frauen gegen ihre Händler gerichtlich vorgehen können.

Die Geschäftsstelle platzt aus allen Nähten. Im Frühjahr mietet der Verein drei Räume dazu, um die inzwischen 12 festen Mitarbeiterinnen (verteilt auf 7,5 volle Stellen) ausreichend Arbeitsplatz bieten zu können. Inzwischen ist die Geschäftsstelle voll am Netz und jede Mitarbeiterin hat Zugang zum Internet und ihre eigene e-mail Adresse.

Anfang des Jahres können wir einen politischen Erfolg feiern. Der §19 Ausländergesetz wird reformiert. Ausländische EhepartnerInnen können schon nach zwei – statt wie bisher nach vier Jahren – ein eigenständiges Aufenthaltsrecht bekommen. Wenn eine „besondere Härte“ vorliegt, z.B. Gewalt in der Ehe, kann die ausländische Ehefrau auch vor Ablauf der Zweijahresfrist ein eigenständiges Aufenthaltsrecht bekommen. Bisher wurde die Frau immer abgeschoben.

Im April findet erstmals unsere Mitgliederversammlung in der neuen Hauptstadt Berlin statt. Ein interessantes Rahmenprogramm mit Führung durch den Deutschen Bundestag und Empfang durch den Tübinger Bundestagsabgeordneten Winnie Hermann erfreute die 50 Teilnehmerinnen aus dem ganzen Bundesgebiet. Im gleichen Monat verschickt TERRE DES FEMMES einen Spendenaufruf für den Aufbau eines Arbeitsbereiches „Eilaktionen“ und Einzelfallhilfe. In der Geschäftsstelle wird ein gezielter Verteiler aufgebaut.

Im Mai werden gleichzeitig zwei Social-Spots für Kino, Fernsehen und Internet zum Thema Genitalverstümmelung fertiggestellt. StudentInnen der Filmhochschule München und die Agentur Leo Burnett in Frankfurt arbeiteten kostenlos für TERRE DES FEMMES. Ebenfalls im Mai veranstaltet TERRE DES FEMMES ein Seminar zu „Öffentlichkeitsarbeit für die Menschenrechte“. Es spricht in erster Linie ehrenamtliche Mitarbeiterinnen an, sich über ihre Erfahrungen aber auch Grenzen, an die sie stoßen, auszutauschen, um wirkungsvolle Strategien entwickeln zu können.

In den neuen Bundesländern gründen sich Städtegruppen in Dresden und Chemnitz. Die Bundesgeschäftsstelle bekommt im September eine Verwaltungsleiterin (Karin Hemmele) und ein modernes Verwaltungsprogramm. Die Bundesgeschäftsstelle feiert am 31.10. ihr 10-jähriges Bestehen mit einem Benefiz-Kabarett von Uta Rotermund im Landestheater Tübingen.

Am 25. November wird in Berlin das neue Faltblatt für Migrantinnen „Wir schützen unsere Töchter“ zur Verhütung von Genitalverstümmelung vorgestellt. Es erscheint in sechs Sprachen, u.a. auf Somali, Arabisch und Kisuaheli.  

2001

Im Januar tritt die neue Referentin für das Arbeitsgebiet „Frauenrechte in islamischen Staaten“ (Sabine Hensel) ihre Stelle an. Gleichzeitig verlässt uns die Frauenhandels-Referentin und eine Neubesetzung kann nicht erfolgen.

TERRE DES FEMMES wird 20 Jahre alt: Die Vorbereitungen für einen internationalen Kongress für Frauen-und Menschenrechte im Oktober in Berlin und die Fahnenaktion am 25.11. laufen auf Hochtouren.

Im Mai findet die Jubiläums-Mitfrauenversammlung in Stuttgart statt. Dort wird die Jubiläumspublikation „Widerstand ist ein Geheimnis des Glücks“ den Mitfrauen und der Öffentlichkeit vorgestellt.

Am 12./13. Oktober 2001 findet mit großer Beteiligung der internationale Kongress für Frauen- und Menschenrechte „Leben heisst frei sein“ in der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin statt. KooperationspartnerInnen waren neben der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), die Heinrich-Böll-Stiftung (HBS) sowie das BMFSFJ (Schirmfrau: Bundesministerin Dr. Christine Bergmann). Eine Dokumentation über den Kongress ist für 9,50 Euro bei TERRE DES FEMMES zu beziehen.

Eine echte logistische Herausforderung ist die sechs Wochen später stattfindende TERRE DES FEMMES – Fahnenaktion „frei leben ohne Gewalt“ am 24./25. November. Unter dem Motto „Fahnen gegen Männergewalt“, „Flagge zeigen für Frauenrechte“ finden rund um den 25. November Veranstaltungen zum internationalen Tag „Nein zu Gewalt an Frauen“ statt. Über 1200 Fahnen werden in rund 400 Städten und Ortschaften gehisst. Mehr als 100 Tageszeitungen berichten über die Aktivitäten, die vor allem von örtlichen Frauenbeauftragten, Frauengruppen und DGB-Ortskreisen organisiert werden. Vor etwa 200 Frauen und Männer findet unsere Auftaktveranstaltung am 24. November im Roten Rathaus in Berlin statt. Auf dem Podium diskutieren unter Leitung der Moderatorin Bettina Böttinger die Fernsehjournalistin Sandra Maischberger, die Autorin Tanja Kinkel, der stellvertretende Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Bernhard Witthaut, die Bundestagsvizepräsidentin Petra Bläss und Juliane von Krause von TERRE DES FEMMES über die Zukunft der Frauenrechte und ihrer Bewegung.

Mitte November findet eine Frauenfilmwoche „einBlicke in FrauenWelten“ in Tübingen in Zusammenarbeit mit dem Kino Arsenal statt. Es sind 23 Filme aus 23 Länder zu sehen. TERRE DES FEMMES-Städtegruppen sind aufgefordert ähnliches in ihren Regionen zu veranstalten.

Ende des Jahres hält uns aufgrund der 11. September Ereignisse und des daraus resultierenden Krieges das Thema Frauen in Afghanistan in Atem. Wir nutzten das öffentliche Interesse für unser Shuhada Projekt, für das über 110. 000 Euro an Spenden eingegangen sind, für die Erstellung einer Ausstellung mit Zeichnungen von afghanischen Mädchen und die Herausgabe einer Publikation.

Gleichzeitig läuft die Lobbyarbeit zum neuen Zuwanderungsgesetz, speziell die Forderung um Aufnahme frauenspezifischer Fluchtgründe als Asylgrund. Dazu sammeln wir bundesweit Unterschriften. Am 23.1. werden der parlamentarischen Staatssekretärin Frau Dr. Sonntag-Wolgast im Innenministerium 10.992 Unterschriften übergeben.

Ende des Jahres zählt der Verein über 2400 Mitglieder und 17 Städtegruppen.

2002

Am 7.3. wird erstmals die Ausstellung „Leben statt Krieg“ mit Zeichnungen afghanischer Flüchtlingsmädchen und Werken des Forum Künstlerinnen im Stuttgarter Rathaus eröffnet. Danach läuft die Ausstellung zwei Jahre durch Europa.

Am 10. März 2002 erhält TERRE DES FEMMES den Barbara Künkelin-Preis gemeinsam mit der Gründerin Ingrid Staehle. Er wird in Schorndorf überreicht. Luise Pusch spricht vor etwa 300 BesucherInnen eine herausragende Laudatio.

Ende April findet die jährliche Mitgliederversammlung in Göttingen statt, allerdings mit einer geringeren Beteiligung als ein Jahr zuvor. Mitte Mai erscheint unsere Publikation „Frauen in Afghanistan. Hoffnung auf Wandel“. Mitte Juli erscheint die Dokumentation über den Jubiläumskongress „Leben heisst frei sein“. Im Juni fordert TERRE DES FEMMES in einer Pressemitteilung „Keine Legalisierung der weiblichen Genitalverstümmelung im Sudan!“

Im August nehmen wir den Wahlkampf zum Anlass, um von den wichtigsten Parteien und ihren KandidatInnen eine Stellungnahme zu unseren Anliegen zu bekommen. Mit Ausnahme der CDU/CSU bekommen wir von allen Parteien ausführliche Antworten, die wir für unsere Homepage entsprechend aufbereiten und gegenüberstellen. Auch unsere Städtegruppen sind aufgefordert, diese Wahlprüfsteine für ihre örtlichen Bundestagskandidaten zu nutzen.

Im September ist TERRE DES FEMMES auserkoren, eine Laudatio auf die bengalische Ärztin und Schriftstellerin Taslima Nasrin zu halten. Taslima Nasrin erhält vom internationalen Bund der Konfessionslosen und Atheisten e.V. (IBKA) den Erwin-Fischer-Preis. Gewürdigt wird damit ihr Engagement und mutiger Einsatz für Weltanschauungsfreiheit und die Rechte der Frauen.

Mitte September veranstaltet die Städtegruppe Göttingen ein Wochendseminar an der Uni Göttingen mit dem Titel „FGM - Eine fundamentale Menschenrechtsverletzung“. Ende September veranstaltet TERRE DES FEMMES ein Strategietreffen in Frankfurt mit Delegierten aus dem gesamten Verein.

Im Oktober erscheint die Publikation „Zwangsheirat – Lebenslänglich für die Ehre“ in unserer neuen Schriftenreihe „NEIN zu Gewalt an Frauen“, die dazu dient, Aktionen rund um den 25. November vorzubereiten. Im Oktober fordert TERRE DES FEMMES den Boykott der Miss-World-Wahl in Nigeria.

Vom 14. bis 20. November findet zum zweiten Mal mit mehr als 1900 BesucherInnen das Filmfest „einBlicke in FrauenWelten“ in Tübingen und Rottenburg statt. Am 25. November veranstaltet TERRE DES FEMMES das Benefizkonzert „Frei leben“ mit zahlreichen Künstlerinnen in der Stuttgarter Liederhalle. Gleichzeitig startet damit die bundesweite einjährige Schwerpunktkampagne zum Thema Zwangsheirat. Rund um den 25. November beteiligen sich wieder Frauenbeauftragte, Gewerkschaftsverbände und viele andere an der Fahnenaktion. Insgesamt werden 2100 Fahnen in rund 800 Gemeinden und Städten gehisst.

Im Dezember richtet TERRE DES FEMMES eine vom Arbeitsamt mitfinanzierte halbe Stelle für den Bereich Soziale Rechte und für die Vorbereitung der Kampagne „Mode, Macht und Frauenrechte“ ein.

2003

Im Januar geht TERRE DES FEMMES mit einer neu gestalteten, serviceorientierten und umfangreicheren Website (www.frauenrechte.de) an die Öffentlichkeit. Gleichzeitig erscheint die TDF-Zeitschrift in einem zeitgemäßeren Layout.

Am 4. Februar übergibt TERRE DES FEMMES 17.700 Unterschriften an die nigerianische Regierung in der Berliner Botschaft. Die Unterzeichnenden wollen die Steinigung von Amina Lawal verhindern, die wegen der Geburt eines unehelichen Kindes verurteilt wurde.

Im Februar macht TERRE DES FEMMES einen neuen Anlauf, den Kinospot bundesweit kostenlos schalten zu lassen. 650 Kinos werden angeschrieben, die Rückmeldequote liegt bei 6 Prozent. Nach Abschluss der Aktion haben 150 deutsche Kinos den Spot gezeigt.

Ende Februar macht TERRE DES FEMMES massiv Lobbyarbeit zum Zuwanderungsgesetz, um zu verhindern, dass die vorgesehenen Schutzmöglichkeiten für frauenspezifisch verfolgte Frauen wieder gestrichen werden.

Im März präsentiert TERRE DES FEMMES im Rahmen der Kampagne „Stoppt Zwangsheirat“ Material für Schulen. Es handelt sich um ein Plakat mit dem Titel „Wer entscheidet, wen du heiratest?“ und um eine dazugehörige Unterrichtsmappe. Die Kölner Städtegruppe lädt im Rahmen dieser Kampagne türkische Frauen zu einer Hamam Aktion in eine Schwimmhalle ein, wo diese sich verwöhnen lassen können und gleichzeitig über die Folgen von Zwangsheirat informiert werden. Es kamen 320 Frauen.

Vom 9.5. bis 11.5. findet die jährliche Mitgliederversammlung in Köln statt. Dort wird auch das neue Schwerpunktthema „Mode, Macht und Frauenrechte“ für die Jahreskampagne 2003/2004 vorgestellt.

Am 17. Juli veröffentlichte TERRE DES FEMMES einen offenen Brief an Michel Friedman in der Frankfurter Rundschau. Hierin wird er aufgefordert, unsere Arbeit gegen Frauenhandel zu unterstützen. Anlass war, dass Michel Friedman der Konsum von Kokain und die Verbindung zu Menschenhändlerringen nachgewiesen werden konnten, die osteuropäische Prostituierte auf sein Hotelzimmer vermittelt hatten. Im ersten Fall akzeptierte er einen Strafbefehl wegen illegalen Drogenbesitzes in Höhe von 17 400 Euro. Im zweiten Fall trug er keine Konsequenzen davon, da das Anfordern von Prostituierten, selbst illegalen, nicht strafbar ist. Deshalb forderte TERRE DES FEMMES ihn auf, wenigstens persönlich Verantwortung zu übernehmen sowie Reue zu zeigen und sich unserer Männerkampagne gegen Frauenhandel anzuschließen. Bis heute liegt TERRE DES FEMMES noch keine Stellungnahme von ihm vor, trotz zahlreicher Berichte über unsere Forderungen in den Medien.

Im September nimmt TERRE DES FEMMES mehrmals Stellung im sogenannten Kopftuchstreit. Anlass ist der Rechtsstreit zwischen Fereshta Ludin und dem Land Baden-Würrttemberg. Das Land hatte der Lehrerin die Übernahme in den Schuldienst verweigert, weil sie aus religiösen Gründen darauf bestand, ihr Kopftuch auch im Unterricht zu tragen. Der bis vors Verfassungsgericht getragene Rechtsstreit führte dazu, dass das Bundesverfassungsgericht von den Ländern eine klare gesetzliche Grundlage forderte, ohne diese dürften sie muslimischen Lehrerinnen das Tragen von Kopftüchern nicht verweigern. Daraufhin verabschiedete Baden-Württemberg ein Gesetz, was das Tragen von Kopftüchern im Unterricht verbietet. TERRE DES FEMMES machte im Vorfeld immer wieder auf die menschenrechtliche und politische Brisanz des Kopftuchs aufmerksam und sprach sich deshalb für ein Verbot aus.

Im Oktober nimmt TERRE DES FEMMES erstmals mit einem kleinen, eigenständigen Stand an der Buchmesse in Frankfurt teil. Prominentester Gast an unserem Stand war Ingrid Noll, die unsere Planerinnen signierte. Passend zur Buchmesse erscheinen zwei von TERRE DES FEMMES erarbeitete Publikationen: „Schnitt in die Seele. Weibliche Genitalverstümmelung. Eine fundamentale Menschenrechtsverletzung“ in Kooperation mit dem Mabuse-Verlag und das Aktionsbuch „Mode, Macht und Frauenrechte“ im eigenen Verlag.

Am 20. November veranstaltet TERRE DES FEMMES eine Gedenkfeier für die vom Vater ermordete kosovarische16-jährige Ulerika auf dem Tübinger Marktplatz. Die Mutter wendet sich in einer ergreifenden Rede an die Öffentlichkeit. Der Fall findet breites Medieninteresse, u.a. weil TERRE DES FEMMES diesen Mord als „Gewalt im Namen der Ehre“ verurteilt.

Am 25. November findet die Auftaktveranstaltung zur Kampagne „Mode, Macht und Frauenrechte“ und zur Fahnenaktion in Leipzig statt. Nach einer Podiumsdiskussion u.a. mit betroffenen Frauen aus der Bekleidungsindustrie in Thailand und Makedonien führte die Berliner Compagnie ihr Theaterstück „Schöne eine Welt“ auf. Beide Podiumsgäste berichteten darüber hinaus auf einer von TERRE DES FEMMES

organisierten zweiwöchigen Rundreise durch Deutschland von den schwierigen Arbeitsbedingungen der Bekleidungsarbeiterinnen.

Für die zum dritten Mal stattfindende Fahnenaktion wurde ein neues Bannerformat (120 x 80 cm) mit dem schon bekannten Label „frei leben – ohne Gewalt“ produziert. Der Dachverband der österreichischen Frauenhäuser und die Stadt Wien beteiligten sich erstmals mit 90 Fahnen an der Aktion. Damit ist der Stand verkaufter Fahnen seit Beginn der Aktion auf insgesamt 2100 angestiegen.

Im November findet das dritte Filmfest „einBlicke in Frauen Welten“ in Tübingen, Rottenburg und Heidelberg mit 50 Prozent mehr BesucherInnen statt. Neu war ein breites Rahmenprogramm mit Ausstellungen, Musik, Podiumsdiskussion und eine Deutsche Premiere des indischen Films „Silent Waters“.

Ab November nimmt TERRE DES FEMMES an einem einjährigen EU-Projekt „Combating violence in the name of honour“ teil.

2004

Am 19. Januar sprechen zwei TERRE DES FEMMES-Vertreterinnen vor dem CEDAW Ausschuss in New York. Zuvor wurde dem Ausschuss schon ein von TERRE DES FEMMES federführend erstellten NRO-Schattenbericht zur Lage der Frauen und Mädchen in Deutschland zur Verfügung gestellt. Dieser Bericht beurteilt die Lage kritischer als der von der Bundesregierung vorgelegte.

Im Februar bietet TERRE DES FEMMES erstmals auf der Homepage spezielle Informationen zu weiblicher Genitalverstümmelung für Gesundheitspersonal an und stellt Richtlinien für den Umgang mit betroffenen Patienten zusammen. Im 20. Februar wird die Kampagne "Stoppt Zwangsheirat" mit einem Preis des "Bündnisses für Demokratie und Toleranz" ausgezeichnet. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert.

Anfang des Jahres setzte sich TERRE DES FEMMES im Rahmen der Kampfagne "Mode, Macht und Frauenrechte" für entlassene ArbeiterInnen der Kahatex Strickfabrik in Indonesien ein. Die Aktion war mit Erfolg gekrönt. 537 ArbeiterInnen wurden nach den Mindestsozialstandards wieder eingestellt.

Im März organisiert TERRE DES FEMMES eine 16-tägige Rundreise mit der Menschenrechtsaktivistin Judith Galarza, im Gepäck hat sie den preisgekrönten Film "Senorita Extraviada - Missing Young Woman" von Lourdes Portillo, der sich mit den brutalen Morden an Frauen in der Stadt Ciudad Juárez an der mexikanisch-amerikanischen Grenze beschäftigt. Über 300 Frauen wurden dort in den letzten zehn Jahren auf grausamste Weise misshandelt und umgebracht. Bisher konnten zahlreiche Untersuchungskommissionen noch keine Schuldigen präsentieren. Zum 8. März startet THE BODY SHOP Deutschland in Kooperation mit TERRE DES FEMMES eine bundesweite Kampagne gegen Häusliche Gewalt. 97 Läden beteiligen sich mit Infomaterialien, Buttons, T-Shirts und einer Handy Recycling Aktion, deren Erlös TERRE DES FEMMES zugute kommt, daran. Im März wurde die Wanderausstellung "Leben statt Krieg" nach zweijähriger Laufzeit beendet. Sie hat in 23 Städten Station gemacht.

Im April beginnt TERRE DES FEMMES die Protestkampagne "Gemeinsam auf den Weg: Für ein Gesetz gegen Genitalverstümmelung im Sudan". Im Laufe des Jahres werden 5000 Unterschriften gesammelt. Vom 23. bis 25. April findet die jährliche Jahreshauptversammlung in Magdeburg statt. Diesmal gab es Referate und Gastreferentin Fatma Bläser zur geplanten Kampagne "NEIN zu Verbrechen im Namen der Ehre". Die MV hat entschieden, dass diese Kampagne nicht nur ein Jahr, sondern zwei Jahre läuft. Ebenfalls an diesem Termin gründet sich die AG "Lesbenrechte".

Im Mai 2004 nimmt TERRE DES FEMMES mit einem Stand am Hebammenkongress in Karlsruhe teil. Im Juni ist TERRE DES FEMMES Partnerorganisation beim Women's World Congress in Hamburg. Im selben Monat berichtet "Femmes en détresse"-Präsidentin Meriem Belâala auf einer von TERRE DES FEMMES organisierten Rundreise über die Missstände, die sich in Algerien durch das Familiengesetz ergeben.

TERRE DES FEMMES ist zum zweiten Mal mit einem Stand auf der Buchmesse vom 6.-10. Oktober in Frankfurt vertreten. Diesmal konnten wir auf zwei weitere Neuerscheinungen hinweisen: das im TERRE DES FEMMES-Verlag herausgegebene Sachbuch "Tatmotiv Ehre" und der im Lamuv-Verlag erschienene Sammelband "Zum Beispiel Frauenrechte". Am 16. Oktober findet eine Galaveranstaltung zur Gründung der TERRE DES FEMMES- Stiftung statt. Zahlreiche Prominente nehmen teil, darunter die Schauspielerin Sibel Kekilli, die mit einer ergreifenden persönlichen Rede gegen Gewalt an Frauen im islamischen Kontext an die Öffentlichkeit tritt. Die Stiftung startet mit neun StifterInnen und 135.000 Euro.

Vom 18. bis 24. November findet in Tübingen und Rottenburg das jährliche Filmfest statt. Zu sehen sind Filme aus 24 Ländern mit dem Schwerpunkt "MädchenWelten". Anschließend wird ein Teil der Filme auf regionalen TERRE DES FEMMES-Filmtagen in Bielefeld, Konstanz, Stuttgart, Rostock, Leipzig und Wien gezeigt. Am 25. November, dem Internationalen Tag "NEIN zu Gewalt an Frauen" werden über 2600 Fahnen in mehr als 800 Gemeinden und Städten gehisst zum Motto "Frei leben - ohne Gewalt". An diesem Tag starten wir auch die zweijährige Kampagne "NEIN zu Verbrechen im Namen der Ehre", die sich für die internationale Ächtung von Ehrverbrechen und für wirksame Gesetze zur Verurteilung der Täter einsetzt. Die Auftaktveranstaltung findet in Bonn im Haus der Geschichte statt, unter anderem mit der jordanischen Journalistin Rana Husseini. Zu den Kampagnenbestandteilen gehören das von TERRE DES FEMMES herausgegebene Sachbuch "Tatmotiv Ehre", das eigens für die Kampagne geschriebene Theaterstück "Savage Rose" und die Wanderausstellung "Tatmotiv Ehre".

2005

Im Januar erscheint im Rowohlt-Verlag das Buch "Mein Schmerz trägt deinen Namen" von Hanife Gashi in Zusammenarbeit mit der TERRE DES FEMMES-Mitarbeiterin Silvia Rizvi. Darin erzählt die Kosovo-Albanerin die Geschichte ihrer Zwangsheirat und über den "Ehren"-Mord an ihrer 16-jährigen Tochter Ulerika. Nach Erscheinen des Buches beginnt für TERRE DES FEMMES eine intensive Zeit der Öffentlichkeitsarbeit, unter anderem finden viele Lesungen statt und wir sind Gäste in Talkshows.

Anfang des Jahres wird die Zusammenarbeit mit dem Blanvalet Verlag weiter vertieft und wir verfassen ein Nachwort für "Ich, Safiya", die Geschichte einer zur Steinigung verurteilten Nigerianerin.

Am 23. Februar wird TERRE DES FEMMES im Rahmen der BODY SHOP-Kampagne gegen Häusliche Gewalt und im Beisein von Fernsehmoderator und Buchautor Roger Willemsen in Hamburg ein Scheck in Höhe von 40.000 Euro überreicht. Dieses Geld ist für die Einrichtung einer Stelle zum selben Thema in der Bundesgeschäftsstelle in Tübingen.

Im März organisiert die Berliner Städtegruppe eine Demonstration gegen Gewalt an Frauen aufgrund des brutalen "Ehren"-Mordes an der Türkin Hatun Sürücü in Berlin. Die Demonstration findet bundesweit große Medienresonanz. Am 9. März findet in Kooperation mit Amnesty International und der Friedrich-Ebert-Stiftung in Berlin eine Fachtagung zu "Verbrechen im Namen der Ehre" mit 300 TeilnehmerInnen statt. Am 11. März wird im Pavillon der Tübinger Kunsthalle die TERRE DES FEMMES-Ausstellung "Ohne Glanz und Glamour - Prostitution und Frauenhandel im Zeitalter der Globalisierung" eröffnet. Sie ist als Begleitprogramm zur Ausstellung der Tübinger Kunsthalle "Bordell und Boudoir - Schauplätze der Moderne" zu sehen. Darüber hinaus organisieren wir Matinees, auf denen spannende Diskussionen über das Thema Prostitution und Frauenhandel stattfinden. Die Ausstellung kann als Wanderausstellung über die Geschäftsstelle angefordert werden.

Im April werden auf einer Pressekonferenz in Berlin die Ergebnisse einer von UNICEF und TERRE DES FEMMES durchgeführten Umfrage unter Gynäkologinnen zur Situation genitalverstümmelter Mädchen und Frauen in Deutschland vorgestellt. Vom 22.-24. April findet die jährliche Jahreshauptversammlung in Frankfurt/Main mit den Gastreferentinnen Dr. Lale Akgün und Claudia Dantschke statt. Dabei wird u. a. abgestimmt, dass es eine Kampagne "Häusliche Gewalt" von 2006-2008 geben soll.

Im Mai nimmt TERRE DES FEMMES mit einem Seminar am Lesbenfrühlingstreffen in Berlin teil. Im gleichen Monat übergibt TERRE DES FEMMES dem Bundesinnenministerium 10 756 gesammelte Unterschriften gegen Verbrechen im Namen der Ehre.

Am 11. Juni organisiert die Städtegruppe Berlin eine Demonstration gegen Gewalt an Frauen. Im gleichen Monat richtet die Gründerin von THE BODY SHOP Anita Roddick zusammen mit TERRE DES FEMMES einen Appell an deutsche Unternehmen, dass sie sich mehr dem Thema "Häusliche Gewalt" annehmen.

2006

Im Februar startet eine Eilaktion, um die Todesstrafe gegen die 18-jährige Iranerin Nazanin zu verhindern. Sie hatte sich als Minderjährige gegen drei Männer, die sie vergewaltigen wollten, gewehrt und dabei einen der Angreifer aus Notwehr getötet.

In der Zeit vom 08. bis 24. Februar findet die Ausstellung "Weibliche Genitalverstümmelung" im Gesundheitsamt der Landeshauptstadt Stuttgart statt. Es werden 18 Exponate von KünstlerInnen aus Nigeria gezeigt.

Nach langer Zeit findet am 18./19. Februar in Berlin wieder ein Städtegruppentreffen statt.

Anlässlich der Fußballweltmeisterschaft findet am 22. Februar die erste Pressekonferenz zur Vorstellung der Kampagne "Stoppt Zwangsprostitution" in Berlin statt. Die Schirmherrin des Projekts ist die Vorsitzende von UNICEF Deutschland, Frau Heide Simonis. TDF ist aktiv an der Kampagne beteiligt. Darüber hinaus beteiligen sich Mitfrauen der Bundesgeschäftsstelle am "Regionalbündnis Württemberg gegen Zwangsprostitution", einem Zusammenschluss von 20 Verbänden. Gemeinsam möchten wir die allgemeine Öffentlichkeit, die politischen Entscheidungsträger und speziell die Männer als potentielle Klienten der Opfer, auf die Problematik des Menschenhandels und der Zwangsprostitution aufmerksam machen.

Vom 09.03.-15.03. wird das Filmfest ‚Frauenwelten' in Konstanz präsentiert.

Vom 31. März bis 02. April findet die diesjährige Mitfrauenversammlung in Kassel statt, bei welcher ein neuer Vorstand gewählt wurde.

Am 25. April organisiert das Landestheater Tübingen die Veranstaltung "Es ist Mord! In allen Ehren!". Diese wird begleitet von einer Performance von und mit Hanife Gashi, einer von "Ehren"-Mord Betroffenen und Dorothea Walter. Im Programm enthalten ist auch eine Podiumsdiskussion zum Thema: "Migration-Integration-Ehrverbrechen."

Der Salzburger Verein Ekando Kumer will die österreichische EU-Präsidentschaft nutzen, um ein weltweites gesetzliches Verbot der weiblichen Genitalverstümmelung in allen Staaten zu fordern. Am 10. Mai werden die gesammelten 11.700 Unterschriften, von denen TDF in nur fünf Wochen ganze 7.000 Unterschriften sammelte, dem Landtagspräsidenten Johann Holztrattner übergeben.

Am 11. Mai veranstaltet das Regionalbündnis Württemberg in der Stuttgarter Leonhardskirche einen Aktionstag: "Die Welt zu Gast bei Freunden! Deshalb: keine Zwangsprostitution".

Am 16. September lädt die Bundesgeschäftsstelle Mitglieder zu einem Informationstag ein. An diesem Tag stellen die Mitarbeiterinnen des Büros ihre Arbeit vor.

2007

Zum 6. Februar - Internationaler Tag Null-Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung stellt TERRE DES FEMMES eine Unterrichtsmappe zum Thema vor. Es findet eine Veranstaltung mit der Autorin Fadumo Korn in einem Münchener Gymnasium statt.

Am 6. März wird die von der Berliner Agentur Heymann Schnell entwickelte Kampagne "Gewalt gegen Frauen ist Alltag" der Presse vorgestellt. Es handelt sich um Frauenmotive, die scheinbar wahllos entstellt sind. Vier Themen deckt die Kampagne ab: Häusliche Gewalt, Ehrverbrechen, Genitalverstümmelung und Frauenhandel. Zu allen Themen haben hat TERRE DES FEMMES KampagnenbotschafterInnen gewinnen können: Jochen Senf, Sibel Kekilli, Nina Hoss und Roger Willemsen. Mit Ausnahme von Roger Willemsen waren alle Prominenten bei der gut besuchten Pressekonferenz dabei.

Am 8. März veranstaltet TERRE DES FEMMES in Kooperation mit der Staatsministerin fur Migration, Flüchtlinge und Integration Frau Prof. Dr. Maria Böhmer einen Fachtag im Bundespresseamt in Berlin zum Thema Migrantinnen und Häusliche Gewalt.

Am 13. März werden dem jordanischen Botschafter in Berlin uber 7.000 Unterschriften gegen Ehrverbrechen in Jordanien uberreicht.

Im April werden alle Opferschutzbeauftragten der Polizei von Baden-Württemberg von einer TDF Mitarbeiterin zum Thema Ehrverbrechen einschliesslich Zwangsheirat geschult.

Vom 4. bis 6. Mai findet die jährliche Mitfrauenversammlung in Leipzig statt. Erstmals wird der Vorstand fur zwei Jahre gewählt.

Am 16./17. Juni ladt TERRE DES FEMMES zum ersten Mal ehemalige Praktikantinnen nach Tubingen in die Geschaftsstelle ein. Es kommen mehr als 20 ehemalige Praktikantinnen von insgesamt 210. Ein Mailgroup für den Austausch untereinander existiert schon seit Mitte 2006.

 

2008

Im Februar organisiert TERRE DES FEMMES eine Filmrundreise zur Arbeit gegen Genitalverstümmelung in Burkina Faso mit dem Film "Maimouna" durch mehrere deutsche Städte. Mit dabei sind Rakieta Sawadogo-Poyga, ehrenamtliche Leiterin unseres Projekts Bangr Nooma in Burkina Faso sowie die hauptamtliche Animatrice Maimouna Oudraogo. Maimouna ist die Hauptperson des gleichnamigen Dokumentarfilms von Ulrike Sülzle.

Vom 25.-27. April findet in Stuttgart die alljährliche Mitfrauenversammlung statt. Hier wird die neue Wander-Ausstellung zum Thema Genitalverstümmelung gezeigt, die erst im November offiziell eröffnet wird und ab Januar 2009 auf Wanderschaft geht.

Am 14. Mai organisiert die TERRE DES FEMMES-Städtegruppe Stuttgart die Veranstaltung "Solidarität mit Aylin". Es sprechen Aylin Korkmaz und Kamile Pelöz, zwei Frauen, die von ihren Ex-Ehemännern brutal misshandelt wurden. Aylin entkam nur knapp einem "Ehren"-Mord-Anschlag. Die Veranstaltung findet großes Interesse in der Öffentlichkeit und wird von einem Fernsehteam für "Mona-Lisa" aufgezeichnet.

Der Arbeitskreis Shalom der Universität Eichstätt wird durch den Film "Trade" auf unser Projekt gegen Frauenhandel in Weissrussland (Malinowka) aufmerksam und verleiht dem Projekt im Juni 2008 den Shalompreis.

Am 1. Juli ist es endlich soweit: TERRE DES FEMMES bezieht ein Zweitbüro in Berlin. Auf der Mitfrauenversammlung 2007 wurde der Umzug beschlossen. Zwei Referentinnen verlassen Tübingen, um fortan in Berlin verstärkt Lobbyarbeit zu betreiben. Die offizielle Eröffnungsfeier findet am 25. September in den neuen Büroräumen in Berlin Schöneberg statt. Die restliche Bundesgeschäftsstelle wird bis spätestens 2012 ebenfalls nach Berlin umziehen.

Am 13. September laden wir zum zweiten Mal interessierte Frauen und Männer nach Tübingen in die Bundesgeschäftsstelle ein, um unser Team und unsere Arbeit vorzustellen.

Im Herbst 2008 findet zum achten Mal das TERRE DES FEMMES-Filmfest "einBlicke in Frauenwelten" in Tübingen statt. Es gibt 56 Filmvorführungen mit Filmen aus 21 Ländern. Als Stargast ist die iranische Regisseurin Samira Makhmalbaf zu Besuch.

Am 24. November startet unsere zweijährige Kampagne gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) mit einer Lesung und einer Performance.

Einen besonderen Erfolg hat die Fahnenaktion am 25.11. in Berlin zu verbuchen: Es hissen alle im Bundestag vertretenden Parteien die TDF Anti-Gewalt-Fahne vor/in ihren Parteizentralen und setzen über die Parteigrenzen hinweg ein gemeinsames Zeichen gegen Gewalt an Frauen. Außerdem ist TERRE DES FEMMES an diesem Tag in allen wichtigen Fernseh-Nachrichtensendungen am Abend vertreten.

Ab Dezember erhält das Referat Eilaktionen/Einzelfallhilfe eine Finanzierung durch das Bundesamt für Migration, um eine Koordinierungs- und Beratungsstelle zum Thema Zwangsheirat/Gewalt im Namen der "Ehre" aufzubauen. Diese soll ab Juli 2009 online gehen.

Am 16. Dezember 2008 findet in Hamburg eine Kundgebung/Gedenkveranstaltung für die im Namen der "Ehre" ermordete Deutsch-Afghanin Morsal Obeidi statt. Anlass ist der Prozessbeginn gegen den des Mordes angeklagten Bruders.

 

2009

Die Wanderausstellung "Tatmotiv Ehre" wird wegen ihrer starken Nachfrage aktualisiert und ist seit Januar 2009 mit neuen Tafeln unterwegs.

Seit Anfang des Jahres arbeitet TERRE DES FEMMES im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zusammen mit der Lawaetz-Stiftung und dem Büro für Sozialpolitische Beratung an einer wissenschaftlichen Studie zum Ausmaß von Zwangsverheiratungen. Die Ergebnisse sollen im Frühjahr 2011 vorliegen.

Anlässlich dem internationalen Tag "Null Toleranz gegen Genitalverstümmelung" (6. Februar) wird der mit Unterstützung der Agentur Heymann Brandt de Gelmini realisierte Clip gegen Genitalverstümmelung auf der TERRE DES FEMMES-Homepage und bei You Tube veröffentlicht und einige Fernsehsender strahlen den Clip kostenlos aus.

Im Februar bildet eine gemeinsame Pressekonferenz den Auftakt für die Zusammenarbeit mit der Rocksängerin Doro.

Am 9. Februar tritt TERRE DES FEMMES erstmals mit pro familia Berlin und dem Berliner Familienplanungszentrum Balance in einer Pressekonferenz zum Thema "Mythos Jungfräulichkeit" und den steigenden Hymenrekonstruktionen an die Öffentlichkeit. Dazu haben wir eine Berliner Arbeitsgruppe mitgegründet. Neben weiteren Veranstaltungen, die der Aufklärung dienen sollen, arbeitet die Arbeitsgruppe an einer Broschüre sowie eines Flyers für Jugendliche.

Am 20. Februar erhält TDF für die Kampagne "Gewalt gegen Frauen ist Alltag" den Berlin Marketing Award in Gold.

Im März kritisiert TERRE DES FEMMES den Kopftuch-Bericht von Human Rights Watch. In ihrem Bericht kommt die international tätige Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch zu dem Schluss, dass muslimische Lehrerinnen durch "Kopftuchverbote" diskriminiert werden. TERRE DES FEMMES wendet sich entschieden gegen die einseitige Ausrichtung des Berichts. So wurden nur Kopftuch tragende Musliminnen befragt, jedoch keine, die sich gegen das Kopftuch entschieden haben. Unberücksichtigt bleiben auch Frauen, die ein Kopftuchverbot begrüßen oder solche, die von ihren Familien zum Kopftuchtragen gezwungen werden.o  Am 20. April überreicht TERRE DES FEMMES über 7000 Unterschriften zum Thema Sorge- und Umgangsrecht an die Bundesjustizministerin. Häusliche Gewalt soll hierbei als Indikator dafür dienen, dass Väter ihre Erziehungsberechtigung verwirkt haben.

Vom 24.-26 April findet die Mitfrauenversammlung in Berlin statt und beginnt mit einem öffentlichen Abend zum Thema Genitalverstümmelung. Der Film "Hibos Lied" von Renate Bernhard und Sigrid Dethloff wird gezeigt. Renate Bernhard ist anwesend. Die MV beschließt das Projekt AIM (Amazonian Initiative Movement) in Sierra Leone zu unterstützen. Das Projekt engagiert sich gegen FGM.
Im Herbst startet die Verfilmung von Waris Diries Autobiografie "Wüstenblume". TDF ist Kooperationspartnerin. Zu Vorschauen, zum Kinostart im September und zur Spielzeit des Films sind TDF-Städtegruppen und Aktive mit Filmgesprächen und Infotischen in zahlreichen Kinos präsent.

Vom 19. bis zum 25. November findet das neunte Frauenfilmfest "FrauenWelten"in Tübingen statt. Ein großer Teil der 56 Filme widmet sich dem Themenfokus "Matriarchat - heute?". Erstmals wurde der Ehrenpreis für "Mutiges Engagement für Menschenrechte von Frauen" verliehen. Die Preisträgerinnen sind die Frauenrechtsaktivistin Leymah Gbowee aus Liberia und die iranische Regisseurin Hana Makhmalbaf. Außerdem bieten wir eine Fortbildung für Städtegruppen an, die kleinere Filmtage in ihrer Stadt organisieren wollen.

Im 25. November findet die jährliche Fahnenaktion zum Kampagnenthema Genitalverstümmelung statt. Es gab diesmal Bestellungen für Fahnen in Türkisch, Spanisch, Englisch, Französisch, Russisch, Polnisch und natürlich Deutsch sowie Sonderanfertigungen, u. a. eine 7x5m Riesenfahne für Leipzig. Etliche Medienberichte und zahlreiche Veranstaltungen zeugen von der großartigen Resonanz. Erstmals war auch eine Botschaft beteiligt: Die amerikanische Vertretung am Potsdamer Platz "zeigte Flagge".

 

2010

Ende Januar kommt die Lebensgeschichte von Aylin Korkmaz als Buch auf den Markt. Unter dem Titel "Ich schrie um mein Leben - Ehrenmord mitten in Deutschland" erzählt sie von ihrer Zwangsheirat in der Türkei, ihren Weg nach Deutschland und ihrer lieblosen und gewaltvollen Ehe bis hin zum Mordanschlag durch ihren Ex-Mann, den sie mit 26 Messerstichen knapp überlebte. TDF Mitarbeiterinnen begleiten sie bei öffentlichen Auftritten und organisieren zusammen mit dem Verlag eine Lesereise mit Podiumsdiskussionen.

Da zu befürchten ist, dass Aylin Korkmaz Beinahe-Mörder nach der Hälfte der 13-jährigen Haftzeit vorzeitig entlassen wird und in die Türkei abgeschoben wird, wo er als freier Mann wieder illegal nach Deutschland einreisen kann und eine Bedrohung für Aylin Korkmaz darstellt, initiiert TERRE DES FEMMES eine Unterschriftenaktion, den Täter nicht vorzeitig zu entlassen.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 4.2.2010 stellt Waris Dirie zusammen mit der Agentur Heymann Brandt de Gelmini in Berlin ihre neue Kampagne "STOP FGM NOW!" vor. TDF ist vertreten und unterstützt die Kampagne, die die Anstrengungen verschiedener Organisationen für ein Ende von FGM bündeln möchte.

Auf der 60. Berlinale im Februar fand die Weltpremiere des Films "Die Fremde" statt. TDF-Botschafterin gegen Ehrverbrechen Sibel Kekilli spielt darin die Hauptrolle, die türkischstämmige Umay. Sie kämpft um ein selbstbestimmtes Leben und gegen ihre patriarchal denkende Familie. In Kooperation mit dem Filmverleih Majestics veranstalteten wir in verschiedenen deutschen Städten Previews am internationalen Frauentag.

Im Februar startet TERRE DES FEMMES eine bundesweite Unterschriftenaktion zur Verbesserung der medizinischen Versorgung genitalverstümmelter Frauen in Deutschland.
Am 1. April 2010 beginnt TERRE DES FEMMES das einjährige Projekt "Verbesserte Integration durch Sensibilisierung und Kooperation zur Bekämpfung von Gewalt im Namen der Ehre". In zehn Multiplikatoren-Workshops sollen MitarbeiterInnen verschiedener Behörden, die innerhalb ihrer Institution eine Schlüsselfunktion haben (z.B. Opferschutzbeauftragte der Polizei), zum Thema Gewalt im Namen der Ehre unterwiesen werden.

Vom 23. bis 25. April findet die jährliche Mitfrauenversammlung in Berlin statt. Der öffentliche Abend am Freitag widmet sich dem Thema "Mythos Jungfräulichkeit".

Im Mai beginnen die Vorbereitungen für eine Kampagne rund um die Fußballweltmeisterschaft der Frauen 2011 in Deutschland. Die Fußballerinnen sollen als Botschafterinnen für eine gleichberechtigte Teilhabe im Sport und darüber hinaus im öffentlichen Leben, Mädchen und Frauen, Mut machen, ihr Menschenrecht auf Bewegungsfreiheit einzufordern, Sport als integrative Chance zu begreifen und sich unter www.frauinbewegung.de zu vernetzen. Es gibt ein Gewinnspiel bei dem Eintrittskarten zu Spielen während der Frauen-WM gewonnen werden können.

Auf dem 15. Deutschen Präventionstag am 10. und 11. Mai in Berlin stellt TERRE DES FEMMES die Ergebnisse einer wissenschaftliche Studie zu den ersten Ansätzen und Erfolgen der Umsetzungen der Workplace Policy Maßnahmen in Berliner Unternehmen und Verwaltungen vor. Mit dieser Studie können wir endlich auch auf deutsche Daten zurückgreifen.

Vom 22. bis 31. Mai besucht eine TDF-Referentin unter dem Programmtitel „Building  Civil Society through Women’s Coalition“ Frauenorganisationen in fünf verschiedenen Städten Russlands. Ziel ist es, zum Thema Häusliche Gewalt zu schulen. Die daraus entstandene Kooperation zwischen dem russischen „Projekt Kesher“ und TDF wird im Dezember durch einen zweiten Besuch fortgeführt.

Im Juli 2010 wird TERRE DES FEMMES mit einer „Fanpage“ auf der Internetplattform Facebook aktiv. Täglich wird hier über aktuelle Themen, Veranstaltungen und Nachrichten aus dem Menschen- und Frauenrechtsbereich informiert.

Am 16. November stellt TDF auf einer Auftaktpressekonferenz in Frankfurt a. M. die bundesweite Kampagne „Frau in Bewegung“ zur Frauenfußball WM 2011 vor. Prominente Unterstützung erhält TDF u.a. von FIFA-Botschafterin Monika Staab, Trainerin und Autorin Sabine Asgodom sowie von WM-Botschafterin Renate Lingor. Ziel der Kampagne ist es, die geschlechterspezifische Diskriminierung im Sport öffentlich zu machen und eine gleichberechtigte Teilhabe am Sport für alle Mädchen und Frauen zu erreichen. TDF fördert die Vernetzung von Frauen, speziell mit Migrationshintergrund, durch Veranstaltungen wie Podiumsdiskussionen und interkulturelle Busfahrten in Stadien während der WM.

Vom 18. bis 24. November veranstaltet TERRE DES FEMMES zum zehnten Mal das Filmfest „FrauenWelten“ in Tübingen und Rottenburg. Das zusammengestellte Film- und Rahmenprogramm lockt über 3.000 ZuschauerInnen in die Kinosäle. Mit dem thematischen Fokus auf Afrika wird in den Filmen der Kontinent aus Sicht der Frauen gezeigt.

Zum Internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ ruft TERRE DES FEMMES zum zehnten Mal zur Beteiligung an der Fahnenaktion auf. Am 25. November 2010 wehen knapp 6000 Fahnen und Banner im In- und Ausland. Zum ersten Mal nehmen auch das Bundesgesundheitsministerium, der Finanzsenat von Bremen und das bayerische Innenministerium teil.

Am 10. Dezember, dem Tag der Menschenrechte, überreicht TERRE DES FEMMES der Staatsanwaltschaft Baden-Baden mehr als 10.000 Unterschriften, um eine vorzeitige Haftentlassung von Mehmet Korkmaz zu verhindern. Er hatte im November 2010 versucht seine Ex-Frau Aylin Korkmaz mit 26 Messerstichen zu ermorden.

2011

Rund um den internationalen Aktionstag „Zero tolerance to female genital mutilation“ am 6. Februar finden Veranstaltungen zum Thema FGM statt. TDF Städtegruppen organisieren in verschiedenen deutschen Städten gemeinsam mit Buchhandlungen Büchertische zum Thema weibliche Genitalverstümmelung.

Am 6. Mai feiert TERRE DES FEMMES mit rund 200 Gästen im Tübinger Museum den Abschied der Bundesgeschäftsstelle. Der Abend bietet ein abwechslungsreiches Programm, u.a. mit einer Rede von Oberbürgermeister Boris Palmer und einem bildlichen Rückblick auf 20 Jahre TDF in Tübingen. Moderatorin Bernadette Schoog führt durch die Veranstaltung. Die Tübinger Saloniker präsentieren mit ihrem musikalischen Programm „Von der Bar zum Krokodil“ das Bild der Frau im frühen Schlager. Der Höhepunkt des Abends: TDF verlost 5x2 Tickets für die Frauenfußball WM.

Vom 7. bis 8. Mai findet die jährliche Mitfrauenversammlung in Tübingen statt. Kernthemen sind unter anderem die Frauenfußball WM 2011, der TDF Kongress im Oktober 2011 zum Thema „Mädchenrechte stärken – Weltweit“ und das Jubiläum 30 Jahre TDF.

Vom 21. bis 22. Mai findet ein von Maisha e.V. und TDF organisiertes und von filia-die Frauenstiftung gefördertes Netzwerktreffen für BeraterInnen zum Thema „Mädchenbeschneidung in afrikanischen Communities“ statt.

Nach über 20 Jahren erfolgreicher Arbeit in Tübingen zieht die Bundesgeschäftsstelle am 1. Juni komplett in die Bundeshauptstadt Berlin.

Im Juni entwickelt TERRE DES FEMMES in Zusammenarbeit mit pro familia, Berlin und dem Familienplanungszentrum BALANCE, Berlin erstmals Aufklärungsmaterialien zum Mythos Jungfräulichkeit. Anhand eines Flyers und einer Online-Broschüre können sich Jugendliche nun über die biologischen Fakten informieren. Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung hat TDF gemeinsam mit pro familia Berlin einen Workshop für Jugendliche zu den Themen Liebe, Partnerschaft, Ehrvorstellungen und Jungfräulichkeit veranstaltet.

Nach Monaten erfolgreicher Lobbyarbeit feiert TDF am 1. Juli einen Teilerfolg im Kampf gegen Zwangsverheiratung: das im Bundestag beschlossene Gesetz zur Bekämpfung von Zwangsheirat, das auch eine Verlängerung des Rückkehrrechts beinhaltet tritt endlich in Kraft. TDF hat sich seit Jahren dafür stark gemacht, dass es sich bei Zwangsverheiratung um eine fundamentale Menschenrechtsverletzung handelt und einen eigenen Strafbestand im Gesetz erhält.

Während der Frauenfußball-WM vom 26. Juni bis zum 17.Juli 2011 organisieren TDF-Frauen aus verschiedenen Städten (München, Tübingen, Berlin, Dresden, Oldenburg, Frankfurt, Köln, Konstanz u.a.) Busfahrten ins Stadion, Radtouren, Filmabende und Veranstaltungen, um für Chancengleichheit und Gleichberechtigung im Sport sowie das Recht auf Bewegungsfreiheit für alle Mädchen und Frauen zu werben.

TDF protestiert am 13. August beim Slutwalk Berlin zusammen mit rund 3.000 TeilnehmerInnen gegen die Verharmlosung von Gewalt gegen Frauen und falsche Schuldzuweisungen.

Am 24. August übergibt TERRE DES FEMMES mit einer Straßenaktion vor dem Bundesgesundheitsministerium Ministerialrat Robert Schüßler 21.000 Unterschriften, die von TDF als auch dem Familienplanungszentrum Balance gesammelt wurden, um der Forderung nach Aufnahme weiblicher Genitalverstümmelung in den medizinischen Diagnoseschlüssel Nachdruck zu verleihen.

Ende Oktober feiert TERRE DES FEMMES den 30. Geburtstag und lädt zu einem internationalen Kongress „Mädchenrechte stärken - weltweit“ nach Berlin. Es kommen über 400 FrauenrechtlerInnen, ExpertInnen und Gäste aus aller Welt, unter denen sich auch die UN-Sonderberichterstatterin für Gewalt gegen Frauen Rashida Manjoo befindet. Der damalige Bundespräsident Christian Wulff würdigt in seiner Rede den unermüdlichen Einsatz von TDF.

Am 09. November 2011 stellt Bundesfamilienministerin Kristina Schröder die Studie „Zwangsverheiratung in Deutschland - Anzahl und Analyse von Beratungsfällen“ vor, an der TDF mitgearbeitet hat. Die Ergebnisse bestätigen die tägliche Arbeit von TDF: Zwangsverheiratungen sind hierzulande kein Einzelphänomen. Allein im Jahr 2008 wurden 3.443 von Zwangsverheiratung bedrohte oder betroffene Personen von 358 Beratungsstellen betreut.

Die Fahnenaktion ist wieder ein voller Erfolg. Rund 6300 „frei leben – ohne Gewalt“-Fahnen werden zum 25. November, dem Internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ gehisst. Über 650 Veranstaltungen und Aktionen in 250 verschiedenen Städten und Gemeinden werden im Online-Kalender auf der TDF Homepage eingetragen.

Zeitgleich vom 24.-30. November findet das 11. TDF-Filmfest FrauenWelten in Tübingen mit dem Schwerpunkt „Menschenrecht gewaltfreie Geburt – ein Plädoyer für die Hebammenkunst“ mit über 40 Spiel- und Dokumentarfilmen aus 20 Ländern statt.

Anlässlich der Verleihung des Friedensnobelpreises an die Frauen- und Friedensaktivistin Leymah Gbowee in Oslo am Tag der Menschenrechte (10. Dezember) zeigt TDF in mehreren deutschen Städten den Dokumentarfilm „Zur Hölle mit dem Teufel“, der ihren Kampf für das Ende des Bürgerkriegs 2003 in Liberia dokumentiert. Frau Gbowee war 2009 Gast beim Filmfest FrauenWelten in Tübingen.

2012

Anlässlich des 6. Februar, dem Internationalen Tag "Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung" gestalten insgesamt 18 TDF-Städtegruppen und Aktive zusammen mit Buchhandlungen und Bibliotheken Büchertische und Schaufenster zum Thema weibliche Genitalverstümmelung. Gleichzeitig startet TDF eine Unterschriftenaktion für ein Ende der Genitalverstümmelung in Ägypten, die bis Ende Juli läuft.  

Am 19. April 2012 erhält die langjährige TDF-Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle den Woman of Courage Award der amerikanischen Botschaft in Berlin. Der amerikanische Botschafter Philip D. Murphy würdigt in einer kleinen Feierstunde ihren engagierten Einsatz für Mädchen und Frauen weltweit.

Vom 4. bis 6. Mai findet die jährliche Mitgliederversammlung in Berlin statt. Zum Auftakt gibt es eine Podiumsdiskussion zum Thema Frauenhandel.

Ab Mai führt TERRE DES FEMMES zusammen mit Sonja Fatma Bläser von Hennamond e.V. wieder Fortbildungsveranstaltungen zum Thema Zwangsheirat, diesmal für Lehrkräfte in Hessen durch.

Anfang Mai bis Ende Juni ruft TDF zu einem bundesweiten Kreativwettbewerb unter dem Motto „Zeig uns deine SUPERHELDIN“ zur Gestaltung eines Aufklebers auf. Mit dem Wettbewerb sollen Jugendliche sowie Lehrkräfte gezielt zum Thema sensibilisiert werden.

Im Mai findet der „Ehren“-Mord-Prozess gegen die fünf Geschwister von Arzu Özmen in Detmold statt. Arzu Özmen wurde von ihren Geschwistern aus der Wohnung ihres deutschen Freundes verschleppt und schließlich ermordet. TDF begleitet zusammen mit Peri e.V. diesen Prozess mit Mahnwachen, Pressemitteilungen und twittert live aus dem Gerichtssaal. Ein Bruder wird wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt und die anderen vier Geschwister wegen Beihilfe zu langjährigen Haftstrafen verurteilt.

Am 13. Juni erhält die TDF-Vorstandsvorsitzende Irmingard Schewe-Gerigk, für ihre engagierte Frauenpolitik während ihrer Bundestagszeit von 1994 bis 2009 das Bundesverdienstkreuz. Seit 2009 setzt sie sich ehrenamtlich für die Menschenrechte von Mädchen und Frauen bei TDF ein.

Ab Juli organisiert TDF mit Unterstützung des Ministeriums für Integration Baden-Württemberg erneut eine Workshopreihe für MitarbeiterInnen von Ämtern und Behörden zum Thema Zwangsverheiratung in zehn Städten Baden-Württembergs. Die Workshops schulen die Teilnehmenden theoretisch und praktisch, um in drohenden Fällen von Zwangsverheiratung besser helfen zu können und bieten die Möglichkeit zur Vernetzung.

Im September veranstaltet TERRE DES FEMMES gemeinsam mit ProDialog den ersten Business Lunch „Unternehmen zeigen Verantwortung“, um ArbeitgeberInnen für Initiativen gegen Häusliche Gewalt zu gewinnen.
 
Im September richtet TERRE DES FEMMES das Referat Internationale Entwicklungszusammenarbeit ein. Es soll unsere internationalen Kooperationen zur Förderung von Frauenprojekten weltweit stärken und ausbauen sowie die Vernetzungs- und Lobbyarbeit in diesem Bereich vorantreiben.

Am 11. Oktober werden die GewinnerInnen des Kreativwettbewerbs „Zeig uns deine SUPERHELDIN“ bei einer feierlichen Preisverleihung geehrt. Am selben Tag geht das neue Jugendportal www.zwangsheirat.de online.

Am 18. Oktober, dem europäischen Tag gegen Menschenhandel, startet TERRE DES FEMMES die Kampagne „Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution, jetzt!“. Um die Kampagne bekannt zu machen, tourt ein politisches Aktionstheater zwei Wochen lang durch Deutschland. Gleichzeitig werden Unterschriften für eine Gesetzesänderung gesammelt.

Am 6. November übergibt TDF zusammen mit einer Vertreterin der ägyptischen Frauenunion 12.000 Unterschriften für ein Verbot von Weiblicher Genitalverstümmelung an die ägyptische Botschaft in Berlin.

Ende November stellt die Berliner Senatorin für Arbeit, Integration und Frauen, Dilek Kolat, der Presse gemeinsam mit TDF-Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle den Leitfaden für Unternehmen und Verwaltungen „Schritt für Schritt gegen Häusliche Gewalt“ der Presse vor.

Zum 25. November, dem Internationalen Gedenktag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ hissen wieder mehrere tausend Menschen auf der ganzen Welt die TERRE DES FEMMES Fahne „frei leben – ohne gewalt“. Neben Brötchentütenaktionen, Doorhängern und Infoständen, beteiligen sich viele Menschen an der Kampagne zur Verbesserung des Aufenthaltsrechts für Opfer von Zwangsprostitution und unterzeichnen u.a. unsere Forderungen. In Tübingen findet zur gleichen Zeit das 12. Filmfest FrauenWelten statt. Vom 22.-28. November werden 35 Spiel- und Dokumentarfilme zu acht Schwerpunkthemen gezeigt.

2013

Am 23. Februar findet die 1. Benefiz-Kunstauktion von TERRE DES FEMMES in der Berlinischen Galerie durch die bekannte Auktionatorin Christiane Gräfin zu Rantzau vom Auktionshaus Christie’s in Berlin statt. Durch die Versteigerung von 57 gespendeten Kunstwerken konnte ein Erlös von 157.700,00 Euro erzielt werden, welcher der Beratungsstelle zugute kommt. Prominente Unterstützung erhält die Veranstaltung durch die Anwesenheit von Nina Hoss und Roger Willemsen

Seit Februar 2013 gibt es bei TERRE DES FEMMES ein neues Angebot für Berlin: Die LANA - Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre. Zwei erfahrene Fachkräfte (Psychologin und Pädagogin) bieten Beratung und Unterstützung bei drohender oder vollzogener Zwangsheirat, wegen Verschleppung ins Ausland, bei Gewalt im Namen der Ehre oder zu Fragen der Jungfräulichkeit. Sie sprechen deutsch, englisch und türkisch. Die Beratung erfolgt persönlich, telefonisch oder online.

Im März 2013 startet TERRE DES FEMMES das auf zwei Jahre angelegte EU geförderte Daphne Projekt mit dem Titel CHANGE. Zusammen mit Partnerorganisationen aus Schweden, den Niederlanden, Großbritannien und Deutschland werden einflussreiche Personen in afrikanischen Communities in den Partner-Ländern zu so genannten Change Agents ausgebildet. So soll langfristig zu einem Bewusstseinswandel bezüglich weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in Europa beigetragen werden.

Bundespräsident Joachim Gauck würdigt zum Internationalen Frauentag (8.3) das ehrenamtliche Engagement Heidemarie Grobe, Regina Kalthegener und Regine Bouédibéla-Barro. In einer feierlichen Zeremonie wird den Ihnen das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Am 12. April 2013 startet TERRE DES FEMMES eine Fortbildungsreihe zur Qualifizierung von Lehrkräften in Berlin, um junge Frauen vor Zwangsverheiratung besser schützen zu können. Die insgesamt zehn Fortbildungen, die von April bis Oktober angeboten werden, vermitteln den teilnehmenden Lehrkräften wichtige Kompetenzen im Umgang mit Betroffenen und zur Behandlung des Themas im Unterricht.

Am 21. Mai überreicht TERRE DES FEMMES dem Parlamentarischen Staatssekretär Dr. Ole Schröder des Bundesministeriums des Innern (BMI) 45.921 Unterschriften für ein Aufenthaltsrecht für Opfer von Zwangsprostitution. Den Opfern muss ein unbefristeter Aufenthaltstitel – unabhängig von ihrer Aussagebereitschaft bzw. Eigenschaft als Zeuginnen im Strafverfahren – zustehen. Zudem müssen Betroffenen eine psycho-soziale Betreuung und Opferentschädigung garantiert werden.

Ende Mai kommen wieder neue und langjährige Mitfrauen zur jährlichen Mitgliederversammlung in Berlin zusammen. Am Vorabend der MV findet ein öffentlicher Abend zum Thema „Gleiches Recht für alle – Nein zur Scharia“ statt. Es diskutieren Arzu Toker, Autorin & Gründungsmitglied des Zentralrats der Ex-Muslime, Seyran Ates, Rechtsanwältin & Autorin meh¬re¬rer Bücher zum Islam und Integration sowie Claudia Dantschke, Journalistin und wissenschaftliche Mitarbeiterin des Zentrums Demokratischer Kultur (ZKD) in Berlin.

Im August ist TERRE DES FEMMES zwei Tage lang mit einem Stand zu Gast beim BürgerInnenfest des Bundespräsidenten im Schlosspark Bellevue.
Im Sommer und Herbst führt TDF zum Thema Zwangsverheiratung und Gewalt im Namen der Ehre zwanzig Fortbildungen für Lehrkräfte, SchulsozialarbeiterInnen in Berlin sowie MitarbeiterInnen von Ämtern und Behörden in Baden-Württemberg durch und veranstaltet Workshops mit Schulklassen.

Im September trägt unser langjähriger Kampf gegen Genitalverstümmelung Früchte. Genitalverstümmelung (FGM) wird als eigener Straftatbestand und schwere Körperverletzung in das Strafgesetzbuch aufgenommen und kann mit bis zu 15 Jahren Gefängnis bestraft werden. Auch unsere Forderung, FGM in den medizinischen Diagnoseschlüssel aufzunehmen, wird erfüllt.

Am 19. Oktober präsentiert sich die TDF-Stiftung im Rahmen einer Vorführung des Films „Das Mädchen Wadjda“ in der Brotfabrik Berlin vor rund 40 Gästen.

Im Herbst/Winter würdigt der Bundespräsident das Engagement der langjährigen Geschäftsführerin Christa Stolle, der Gründerin Ingrid Staehle und der langjährigen Vorstandsfrau Ingrid Lee mit dem Bundesverdienstkreuz.

Rund um den 25. November lassen wieder mehrere Hundert Institutionen und Privatpersonen die TDF-Fahne als Zeichen gegen Gewalt an Frauen wehen. Der Aktionstag ist gleichzeitig Auftakt der von TDF initiierten Unterschriftenaktion „Vergewaltigung – Schluss mit der Straflosigkeit“, mit der TDF eine Reform des Gesetzes zu Vergewaltigung (§177 StGB) fordert.

Das parallel stattfindende Filmfest „Frauenwelten“ in Tübingen zeigt 35 Spiel- und Dokumentarfilme. Rund 4.000 BesucherInnnen kommen in die Kinos, die besten Publikumszahlen seit Bestehen des Filmfests.

2014

Am 6. Februar starten wir mit einer gut besuchten Pressekonferenz eine Unterschriftenaktion in enger Kooperation mit indonesischen Frauenorganisationen zur Beendigung von FGM in Asien. Die Unterschriftenaktion läuft bis Ende des Jahres.

Am 14. Februar erheben sich Frauen und Männer bei der weltweiten Kampagne ONE BILLION RISING zum größten weltweit stattfindenden Flashmob. TERRE DES FEMMES beteiligt sich an bundesweiten Tanzaktionen, u.a. vor dem Brandenburger Tor in Berlin.

Rund um den Weltfrauentag am 8. März organisieren die Mitarbeiterinnen der Geschäftsstelle und die aktiven Frauen der Städtegruppen Augsburg, Bielefeld und Konstanz zahlreiche Veranstaltungen – wie Parties, Filmvorführungen, Ausstellungen und sogar ein Filmfest.

Am 29./30. März findet das Vereinstreffen von TERRE DES FEMMES zum Thema Prostitution statt. 52 Mitfrauen nehmen teil, diskutieren über kontroverse Positionen und verabschieden verbindliche Forderungen.

Im Juni wird nach einem zweijährigen Abstimmungsprozess das feministische Leitbild veröffentlicht. Es ist die Grundlage der bisherigen und zukünftigen Arbeit des Vereins.

Am 7. Mai übergibt TDF knapp 30.000 Unterschriften an das Justizministerium, die eine Reform des Strafgesetzes (§ 177 StGB) und die Psychosoziale Prozessbegleitung für Betroffene fordern.

Vom 9.–11. Mai treffen sich TDF-Mitfrauen zur Jahreshauptversammlung in Berlin. Das Thema des öffentlichen Abends stimmt auf das Schwerpunktthema der diesjährigen Fahnenaktion ein: Frauenfeindliche Werbung.

Vom 18. Juni bis 17. Juli ist Rakieta Poyga, Leiterin unseres Partnerprojektes Bangr Nooma in Burkina Faso, auf Vortragsreise in Deutschland und berichtet über ihr Engagement zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung.

Im Juli 2014 werden an baden-württembergischen Schulen die ersten Aufführungen des interaktiven Theaterstücks „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ aufgeführt, das sich gegen Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsheirat einsetzt. Das Theaterprojekt ist eine Kooperation von TERRE DES FEMMES mit dem Theaterensemble „Mensch: Theater!“ und der mobilen Beratungsstelle Yasemin. 

Von Juli bis Dezember 2014 werden insgesamt 1.221 SchülerInnen erreicht.

Im September 2014 startet TDF den neuen zweijährigen Schwerpunkt im Bereich Gewalt im Namen der Ehre: STOP Frühehen!

Am 18. Oktober erinnern Aktivistinnen von TDF vor dem Brandenburger Tor an die Schutzpflicht der Regierung gegenüber den von Menschenhandel Betroffenen und verteilen Postkarten.

Im Oktober 2014 liefert TDF erstmalig und gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Ärztliche Mission in Tübingen medizinische Hilfsgüter gegen Ebola zu unserem Projekt AIM nach Sierra Leone.

Vom 19.-26. November findet zum 14. Mal das TDF Filmfest FrauenWelten in Tübingen statt.

Im Zeitraum von Oktober bis Dezember finden die ersten drei Schulungen von Kiezmütter- bzw. Stadtteilmüttergruppen aus verschiedenen Bezirken Berlins durch die von TDF eingerichtete LANA-Fachberatungsstelle statt.

Am 9. November findet das erste Benefizkonzert mit dem Frauenblasorchester Berlin zugunsten der TDF STIFTUNG im Roten Rathaus in Berlin statt.

Am 20. November wird das Theaterstück „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ mit anschließender Podiumsdiskussion im Theaterhaus in Stuttgart öffentlich aufgeführt.

Rund um den 25. November finden wieder zahlreiche Aktionen statt: Fast 7.000 Fahnen und Banner werden in unzähligen Gemeinden und Städten, vor Institutionen, Organisationen und von Einzelpersonen gehisst. Zum ersten Mal wird außerdem der Negativ-Preis „Zorniger Kaktus“ verliehen, der auf besonders frauenfeindliche Werbung aufmerksam macht.

In Kooperation mit der Niederländischen Botschaft in Berlin zeigt TDF am 25. November, dem Internationalen Tag „NEIN zu Gewalt an Frauen“ den Film DIFRET. Zu Gast ist Frauenrechtlerin und Anwältin Meaza Ashenafi.

Am 10. Dezember wird die Petition für ein gesetzliches Verbot von weiblicher Genitalverstümmelung in Indonesien mit 13.000 Unterschriften an die indonesische Botschaft in Berlin und durch die Organisation Kalyanamitra dem Gesundheitsministerium in Jakarta, Indonesien, überreicht.

Ende 2014 wird der Beschluss im Bundestag gefasst, weibliche Genitalverstümmelung und Zwangsverheiratungen in den Katalog der Auslandsstraftaten aufzunehmen.

Im Dezember 2014 kann das Kooperationsprojekt in Shahrak, Afghanistan, mit dem Bau eines eigenen Frauenzentrums beginnen.

2015

Im Januar 2015 findet die Abschlusskonferenz des ersten von TDF koordinierten EU-Projekts zur Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung statt. Im Rahmen des CHANGE Projekts wurden gemeinsam mit vier Partnerorganisationen 50 Mitglieder afrikanischer Communities in Deutschland, Schweden, den Niederlanden und Großbritannien als MultiplikatorInnen für die Aufklärungsarbeit ausgebildet.

Am 6. Februar ist TDF Mitveranstalterin einer Diskussionsveranstaltung anlässlich des 10. Todestages von Hatun Sürücü im Rathaus Schöneberg und ist bei der Kranzniederlegung am Gedenkstein dabei.

Anlässlich des Internationalen Frauentags besucht Bundespräsident Joachim Gauck zusammen mit seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt am 6. März die Bundesgeschäftsstelle. Nachmittags findet im Schloss Bellevue das von TDF und dem Bundespräsidialamt organisierte Symposium „Gemeinsam gegen Gewalt an Mädchen und Frauen“ statt. Neben bewegenden Reden von Bundespräsident Gauck, Geschäftsführerin Christa Stolle und Schauspielerin Sibel Kekilli wird zum ersten Mal der von Heymann Brandt de Gelmini entwickelte Kurzfilm „Schaust du hin?“ gezeigt. Dessen Premiere wird am Sonntag darauf, den 8.März im Ritz Carlton, Berlin gefeiert. Am selben Tag lädt TDF zusammen mit dem Informationsbüro des Europäischen Parlaments zur Filmmatinée „Girl Rising“ in die Astor Film Lounge, Berlin.

Vom 7.-10. Juni sind Projektkoordinatorin Juliane von Krause und prominente Botschafterin Sibel Kekilli zu Gast im Kooperationsprojekt FLORIKA in Bulgarien.

Das von TDF initiierte Schultheaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre“, wird im Juni im bundesweiten Wettbewerb „Aktiv für Demokratie und Toleranz“ ausgezeichnet.

Vom 5.-12. Juni besuchen Vorstandsvorsitzende Irma Bergknecht und Referentin Renate Staudenmeyer das Projekt Bangr Nooma in Burkina Faso und sind bei der feierlichen Einweihung der von TDF finanzierten neuen Beratungsstelle dabei.

Im August verleiht TDF zum zweiten Mal den Negativpreis „Zorniger Kaktus“ für besonders frauenfeindliche Werbung. 6.800 Teilnehmerinnen beteiligen sich online an der Abstimmung. Eine Anzeige des Unternehmens „Karrierestrategen“ aus Bruchsal in Baden-Württemberg gehört zu den frauenfeindlichsten. Das Unternehmen entfernt daraufhin die Anzeige.

Aufgrund der großen Nachfrage wird das interaktive Schultheaterprojekt gegen Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsheirat vom Ministerium für Integration weiter gefördert. Von Oktober 2015 bis Februar 2016 wird das Stück „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ nochmals in 10 Schulen des Landes Baden-Württemberg aufgeführt.

TDF startet zum Internationalen Mädchentag am 11.10.15 die Unterschriftenaktion „Frühehen stoppen – Bildung statt Heirat!", mit der Aufforderung an die Bundesregierung, das Mindestheiratsalter auf 18 Jahre ohne Ausnahme festzusetzen. Insgesamt unterschrieben 108.811 Menschen. Die Unterschriften werden am 9. Mai dem Bundesjustizministerium übergeben.

Im Oktober reisen Vorstandsfrau Necla Kelek und Geschäftsführerin Christa Stolle zum TDF Projekt YAKA-KOOP in Van im Osten der Türkei und informieren sich über die Aufklärungsarbeit zum Thema Zwangsheirat und Frühehen. Sie sprechen mit offiziellen VertreterInnen aus der Region.

Vom 18.-25. November findet zum 15. Mal das TDF Filmfest FrauenWelten in Tübingen statt. Die zwei Schwerpunktthemen bilden „Recht auf Bildung für Mädchen weltweit“ und „Reproduktive Rechte: Abtreibung“

Der Internationale Gedenktag „Nein zu Gewalt an Frauen“ wird am 25. November zum ersten Mal auch von Berlins regierendem Bürgermeister Michael Müller unterstützt. Er hisst die Fahne „Frei leben – ohne Gewalt“ vor dem Berliner Abgeordnetenhaus. Im Rahmen des 2-jährigen Schwerpunktes „STOP Frühehen!“ und mit großer Beteiligung der Medien und Politik wird eine Hochzeitszeremonie vor dem Brandenburger Tor inszeniert

 

2016

Ab Januar 2016 unterstützt TDF die Frauenrechtsorganisation BHUMIKA im südindischen Hyderabad. BHUMIKA unterhält ein Hilfe-Telefon für Frauen und Mädchen, die von Gewalt betroffen sind. Bei Frühverheiratung, Eheproblemen, häuslicher Gewalt und anderen Notlagen leisten die Mitarbeiterinnen erste Beratung und klären sie über ihre Rechte auf.

Im Januar startet das von der EU finanzierte Folgeprojekt CHANGE Plus zur Abschaffung von weiblicher Genitalverstümmelung in praktizierenden Communities in der EU. Sechs europäische Länder sind beteiligt. Erstmalig bildet TDF sechs CHANGE Agents aus afrikanischen Communities in Berlin aus.

TDF Botschafterin und Schauspielerin Sibel Kekilli besucht vom 17. bis 19. Februar 2016 zum zweiten Mal das Projekt FLORIKA in Burgas, Bulgarien. Diesmal wird sie von der Geschäftsführerin Christa Stolle begleitet. Mit dabei ist ein Arte-Filmteam unter Regie von Sibel Kekilli, die für das Arte Format „Square“ eine halbstündige Dokumentation über die Arbeit von Christa Stolle und TERRE DES FEMMES dreht. Neben Berlin ist Burgas einer der Drehorte. Der Film wird am 19. Juni bei Arte ausgestrahlt.

Im April findet die zweite Benefizkunstauktion von TDF wieder in der Berlinischen Galerie statt. Aktiv dabei sind Soul- und R&B-Sängerin Joy Denalane und Schauspielerin Nina Hoss, beide prominente TERRE DES FEMMES- Botschafterinnen. Mit dem beachtlichen Erlös in Höhe von 188.410 € sollen Unterstützungsangebote für geflüchtete Mädchen und Frauen finanziert werden.

Mitte April besucht uns die ehemalige malische Botschafterin und Leiterin der Frauenrechtsorganisation (APDF) Mme Fatoumata Siré Diakité. Die von TDF unterstützte Organisation ist die einzige in Mali, die im Bereich Gewaltschutz sowohl Notunterkunft als auch umfassende soziale, medizinische, psychologische und juristische Dienste unter einem Dach anbietet. Neben vielen anderen Terminen gab es ein Treffen mit Botschafter Georg Schmidt, Regionalbeauftragter für Subsahara-Afrika und Sahel im Auswärtigen Amt.

Im Rahmen des 5. Frauentags der IG BCE (Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie) wird am 26. Mai das Kooperationsprojekt mit TDF "Bildung schafft Integration" vorgestellt. Die auf vier Jahre angelegte Kooperation hat sich zum Ziel gesetzt, geflüchtete Frauen zu stärken. Im Fokus stehen dabei weibliche Geflüchtete, die weder lesen noch schreiben können.

Neue und langjährige Mitfrauen kommen vom 27.-29. Mai zur jährlichen Hauptversammlung nach Berlin. Der Auftakt bildet eine öffentliche Podiumsdiskussion über das Thema: „Geflüchtete Mädchen und Frauen: Bedürfnisse, Schutz und Integration.“

Anfang Juni startet das neue dreijährige Patinnenprogramm für geflüchtete Frauen CONNECT. Das Projekt verfolgt das Ziel, geflüchtete Frauen bei ihrem Ankommen in Deutschland zu unterstützen und sie auf ihrem Integrationsweg zu begleiten. Ziel ist es, dass sie ein selbstbestimmtes und freies Leben in Deutschland führen können.

Am 30. Juni wird im Rahmen des Berliner Präventionstages die LANA-Fachberatungsstelle gegen Zwangsheirat und Gewalt im Namen der Ehre bei TDF mit dem Präventionspreis ausgezeichnet.

Der Bundestag reformiert am 07. Juli das Sexualstrafrecht und verankert rechtlich endlich den Grundsatz „Nein heißt Nein“. Demnach können künftig sexuelle Handlungen bestraft werden, wenn sie gegen den erkennbaren Willen der anderen Person erfolgen – unabhängig davon, ob Gewalt angewendet oder angedroht wurde. TERRE DES FEMMES hat 2013 mit seiner Unterschriftenkampagne „Vergewaltigung – Schluss mit der Straflosigkeit“ den Auftakt gebildet für einen Paradigmenwechsel.

 

 

Zusammengestellt von Christa Stolle, Juli 2016

TERRE DES FEMMES lebt vorwiegend von Spenden und Mitgliedsbeiträgen. Jede Unterstützung bringt uns weiter in der Stärkung von Frauenrechten.  

Die Chronik kann nicht vollständig sein und wer sich für weitere Details der TERRE DES FEMMES-Geschichte interessiert, wende sich bitte an: die TDF-Geschäftsstelle.

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