Aktuelles

Nachrichten und Berichte zu TERRE DES FEMMES-Themen.

 

Eilaktionen von TERRE DES FEMMES zeigen Wirkung!

Mitte Juni 2013 riefen wir zum Protest gegen die Inhaftierung von den Femen-Aktivistinnen Amina Sboui, Josephine W., Marguerite S. und Pauline H. in Tunesien auf. Die Frauen hatten sich lediglich friedlich für Frauenrechte eingesetzt. Wir appellierten an die Verantwortlichen, die Einhaltung der Menschenrechte und einen fairen rechtsstaatlicher Prozess unabhängig politischer und religiöser Beeinflussungen zu gewährleisten. Nur kurze Zeit nach dem Beginn des Online-Protestes wurden die Frauen freigelassen! Wir danken allen, die mit Ihrer Stimme und Ihrem Einsatz, dazu beigetragen haben!

Hintergrund

Ende Mai protestierten drei Femen-Aktivistinnen in Tunis, Tunesien, mit nacktem Oberkörper vor dem Justizpalast für die Freilassung ihrer inhaftierten Mitstreiterin Amina Sboui. Die Tunesierin wurde am 19. Mai festgenommen, weil sie das Wort Femen an eine Friedhofsmauer sprühte. Ihre Mitstreiterinnen, darunter die zwei Französinnen Marguerite S. und Pauline H. sowie die Deutsche Josephine W., wurden nach den Protesten für ihre Freilassung ebenfalls festgenommen und am Mittwoch, den 12. Juni, wegen sittenwidrigen Verhaltens in der Öffentlichkeit zu vier Monaten Haft verurteilt.

Nachdem der Fall in der Weltöffentlichkeit für hohe Aufmerksamkeit sorgte wurden die drei Europäerinnen im Juli 2013 begnadigt und freigelassen. Amina Sboui wurde ebenfalls Anfang August 2013 freigelassen, wobei ihr ein weiterer Prozess wegen „Entweihung einer Grabstätte“ und „Angriff auf die guten Sitten“ droht. Wir bleiben daher wachsam und informieren Sie, falls TERRE DES FEMMES wieder für Amina Sboui aktiv wird.

Vielen Dank für die Teilnahme an unserer Eilaktion, vielen Dank für den Einsatz für die Rechte von Mädchen und Frauen! Ihre Unterstützung und die mit der Eilaktion einhergehende Resonanz zeigt: Gemeinsam können wir die Aufmerksamkeit auf Themen und Ereignisse richten, die sonst in Vergessenheit geraten würden, und so den Druck auf die verantwortlichen Behörden erhöhen.

Werden Sie auch aktiv: Tragen Sie sich jetzt in den Eilaktionsverteiler ein und werden Sie im Fall einer Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen von uns kontaktiert. 

 

TERRE DES FEMMES-Vorstand konstituiert sich

(v.l.n.r.) Irma Bergknecht, Ingrid Lee, Irmingard Schewe-Gerigk, Christa Stolle, Solveig Senft. Foto: © TERRE DES FEMMES(v.l.n.r.) Irma Bergknecht, Ingrid Lee, Irmingard Schewe-Gerigk, Christa Stolle, Solveig Senft. Foto: © TERRE DES FEMMESDer neue TERRE DES FEMMES-Vorstand tagte am ersten Augustwochenende zum ersten Mal seit seiner Wahl auf der jährlichen Vereinsversammlung. Themen waren Strukturen und Aufgaben innerhalb des Vorstands sowie Chancen und Herausforderungen der kommenden zwei Jahre.

Irmingard Schewe-Gerigk, die bereits zum dritten Mal in den Vorstand von TERRE DES FEMMES gewählt wurde, wurde als Vorsitzende bestätigt und wird weiterhin TERRE DES FEMMES nach außen repräsentieren.

Auch Ingrid Lee wurde im Mai für weitere zwei Jahre bestätigt. Die sehr aktive Vorstandsfrau arbeitet selbst in allen Arbeitsgruppen von TERRE DES FMMES mit und wird auch künftig als Ansprechpartnerin der Ehrenamtlichen zur Verfügung stehen und sich um die Betreuung der Arbeits- und Städtegruppen kümmern.

Auf der Mitgliederversammlung neu gewählt wurde Irma Bergknecht. Sie gründete die Städtegruppe Erfurt und engagierte sich als Koordinatorin der dort aktiven Frauen. Innerhalb des TDF-Vorstands wird sie für Finanzen und Fundraising verantwortlich sein und die AG Frauenrechte und Religion leiten.

Solveig Senft wird den Vorstand als vierte Frau komplettieren. Solveig Senft, die derzeit am Johann-Vanotti-Gymnasium Ehingen Kunst unterrichtet, übernimmt auf Grund der räumlichen Nähe die Koordinierung der Zusammenarbeit mit TERRE DES FEMMES Schweiz und setzt sich mit Personalfragen auseinander.

Gemeinsam mit Christa Stolle, der Bundesgeschäftsführerin und geschäftsführenden Vorstandsfrau, bilden die fünf Frauen in den kommenden zwei Jahren den Vorstand von TERRE DES FEMMES e.V.

Zu Besuch in Deutschland (24.-28. Mai 2013 ): Rugiato Turay, Aktivistin gegen FGM

Rugiatu Turay bei der Sensibilisierungsarbeit in einem Dorf. Foto: © Dörte RompelRugiatu Turay bei der Sensibilisierungsarbeit in einem Dorf.
Foto: © Dörte Rompel
Im westafrikanischen Sierra Leone sind 90% der Frauen, die älter sind als 15 Jahre genitalverstümmelt. Rugiatu Turay hat am eigenen Leib erfahren, wie schrecklich Beschneidungen sind. Nun kämpft sie dagegen an – und setzt sich so in Sierra Leone Gefahren aus.

Rugiatu Turay, Gründerin der „Amazonian Initiative Movement“ ist eine Amazone. In der griechischen Mythologie ist dies ein Volk kämpferischer Frauen, das „männergleich“ in den Krieg zieht. Auch Rugiatu kämpft, allerdings nicht mit Waffen sondern mit Worten. Ihr Gegner: die genitale Verstümmelung von Mädchen und Frauen in ihrem Heimatland Sierra Leone.

Rugiatu Turay weiß wovon sie spricht, wenn sie sagt, dass Mädchen und Frauen ihr Leben lang unter den Folgen weiblicher Genitalverstümmelung leiden. Nach dem Tod ihrer Mutter wurde sie im Alter von 12 Jahren selbst beschnitten und wäre fast verblutet. Erst nach einer Woche konnte sie wieder gehen. Zur selben Zeit wurde ihre Kusine beschnitten – und starb. Damals wurde die junge Frau zur Aktivistin gegen Genitalverstümmelung: „Es ist meine persönliche Erfahrung, die mich antreibt.“ Seitdem engagiert sie sich gegen diese Tradition – zuerst in Guinea, wohin sie 1997 aufgrund des Bürgerkriegs in Sierra Leone floh, später auch in ihrer Heimat. Hier gründete sie im Jahr 2003 die Menschenrechtsorganisation Amazonian Initiative Movement, kurz AIM. TERRE DES FEMMES unterstützt das Projekt seit Jahren.

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Frauennetzwerk Höxter steht für Frauensolidarität

Das Frauennetzwerk Höxter hat im Rahmen seiner 2-wöchigen Frauenaktionswochen Spenden und Erlöse gesammelt – der Spendenscheck wurde noch vom ZONTA-Club Höxter aufgestockt – so dass am Di. 09. Juli 2013 eine Spendenübergabe von 1.400 EURO zusammen gekommen ist. TERRE DES FEMMES bedankt sich ganz herzlich für diese großartige Unterstützung, die dem von uns geförderten Mädchenschutzhaus der Amazonian Initiative Movement (AIM) in Sierra Leone zugute kommt.

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Weitere Urteile in „Ehren“-Mordprozessen verkündet

Am Montag, den 15. Juli 2013 gab die Staatsanwaltschaft Detmold in einer Pressemitteilung bekannt, dass die Mutter von Arzu Özmen mit Strafbefehl vom 19. Juni 2013 wegen gemeinschaftlich begangener gefährlicher Körperverletzung, Freiheitsberaubung und Nötigung zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr verurteilt wurde, ausgesetzt auf drei Jahre zur Bewährung.
Ebenfalls am 15. Juli 2013 wurden weitere Urteile im „Ehren“-Mordfall Iptehal Al-Zein verkündet. Die junge Libanesin Iptehal war im August 2008 auf einem Parkplatz der Autobahn 45 durch Kopfschüsse getötet worden. Ihr Onkel bekam lebenslänglich wegen Mordes, der Bruder eine Jugendstrafe von sechseinhalb Jahren.

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Frauennetzwerk stärken: Soroptimistinnen unterstützen FGM-Projekt in Burkina Faso

Am Donnerstag 11. Juli 2013 gab es bei TERRE DES FEMMES Anlass zu feiern: Der Soroptimist – Club Ellwangen/Jagst hat einen Spendencheck von 10.000 € an TERRE DES FEMMES überreicht, um Aktivitäten unserer Partnerorganisation Bangr Nooma in Burkina Faso zu unterstützen.

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Zweite Veranstaltung des EU-Projektes CHANGE

Am 08. und 09. Juli 2013 fand das zweite Treffen aller am CHANGE Projekt beteiligter Partnerinnen statt. Das Meeting wurde von TERRE DES FEMMES, als Koordinatorin des Projektes organisiert und fand in der Bundesgeschäftsstelle in Berlin statt. Ziel von CHANGE ist es, langfristig einen Bewusstseinswandel zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in afrikanischen Gemeinschaften zu bewirken. Auch die externe Evaluatorin, Silke Steinhilber, war anwesend und erläuterte ihre Vorgehensweisen während der kommenden zwei Jahre.

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„Zwangsverheiratung erkennen – richtig handeln“: Workshops für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Behörden in Baden-Württemberg

TERRE DES FEMMES bietet ab September 2013 bis Februar 2014 erneut insgesamt zehn kostenlose Fortbildungen für BehördenmitarbeiterInnen zum Thema „Gewalt im Namen der Ehre/ Zwangsverheiratung“ an. Bereits in den Jahren 2010 bis 2012 führte TERRE DES FEMMES diese  vielfach nachgefragte Workshop-Reihe mit jeweils zehn Veranstaltungsterminen in unterschiedlichen Städten Baden-Württembergs durch. Gefördert werden diese Veranstaltungen vom Ministerium für Integration des Landes Baden-Württemberg.

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