Der "Zornige Kaktus" 2023

Frauenfeindliche Werbung hat großen Anteil daran, Sexismus und Diskriminierung von Frauen in unserem Alltag zu verfestigen – und damit verdienen Firmen auch noch Geld. Wir finden: Sexism Shouldn’t Sell! Deshalb geht TERRE DES FEMMES aktiv gegen frauenfeindliche Werbung vor und vergibt jedes Jahr den "Zornigen Kaktus", den Negativpreis für sexistische Werbung. In diesem Jahr wurde der Gewinner von den engagierten Followerinnen von TDF gewählt. Aus den zwölf frauenfeindlichsten von über 50 Einsendungen wurde in unserer Instagram-Story abgestimmt – erst wurden drei Finalisten bestimmt, und aus diesen wurde der „Gewinner“ gekürt.

1.Platz: Knoll Fachhandel (486 Stimmen im Finale)

Der Gewinner des „Zornigen Kaktus“ 2023 ist das Handwerksunternehmen Knoll. Für seine Anzeigen-Kampagne, um Auszubildende anzuwerben, wirbt das Unternehmen mit dem Spruch „Lust zu hobeln?“. Da weiß frau schon gleich, welche Atmosphäre herrscht, wenn man als Auszubildende bei Knoll anfängt. Wir finden: BerufsanfängerInnen haben ein Recht auf einen Ausbildungsplatz, an dem sie weder Sexismus noch Mackergehabe erleben müssen – bei ArbeitgeberInnen, für die Gleichberechtigung, Fairness und Respekt selbstverständlich sind.

Fazit: Lust zu hobeln? SIcher nicht bei Knoll!

2.Platz: Frey Nutrition Sportnahrung (355 Stimmen im Finale)

Halbnackte Frau auf Luftmatratze Frey Nutrition Werbung

Wir verstehen auch nicht genau, wofür diese Werbung stehen soll! Eine Frau liegt fast nackt auf einer Luftmatratze und schaut lasziv in die Kamera. Getreu dem Motto „Sex Sells!“ Was das mit dem eigentlichen Produkt, der Sportnahrung, zu tun hat? Wissen wir auch nicht. Die fragwürdige Werbung hat keinen Bezug zu dem Produkt, sondern reproduziert Alltagssexismus, indem sie Frauen objektifiziert.

Fazit: Sexism Souldn’t Sell - Das nächste Mal vielleicht besser auf das Produkt fokussieren und nicht auf die nackte Frau!

3.Platz: Layla Likör (97 Stimmen im Finale)

Der Layla Likör ist ein Produkt, das zum gleichnamigen Malle Schlager namens „Layla“ passt. Der Likör “Layla - Der Schuss” wurde offensichtlich vom gleichnamigen Malle-Schlager namens “Layla” inspiriert. Der Song trieft nur so vor Sexismus und Frauenfeindlichkeit. Darin wird eine attraktive „Puffmutter“ mit Worten wie "die wunderschöne Layla / Sie ist schöner, jünger, geiler" beschrieben. Auf dem Likör ist Layla abgebildet: blond, große Brüste und halbnackt. Damit wird nicht nur die Frau objektifiziert, sondern auch Prostitution verharmlost. Diese Art von Marketing finden wir mehr als geschmacklos.

Fazit: Dieser “Schuss” ging wohl nach hinten los!

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