19. Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES erfolgreich beendet

Tübingen, 28.11.2019. Mit insgesamt 25 Filmen aus über 25 Ländern ging das Filmfest FrauenWelten zum letzten Mal in Tübingen erfolgreich über die Bühne; ab 2020 wird es in Berlin stattfinden (in der Kulturbrauerei - vom 28. Oktober bis 4. November 2020). Mit insgesamt über 4.300 ZuschauerInnen bei weniger Vorführungen als die Vorjahre erreichte das Filmfest FrauenWelten das beste Ergebnis an Zuschauerzahlen in den gesamten 19 Jahren Festivalzeit. Besonders intensiv befasste sich das Publikum mit dem Thema „Ausstieg aus der Prostitution – Jetzt!“. Auch die anregenden Publikumsgespräche sorgten für einen intensiven Austausch mit den internationalen Gästen, unter ihnen Aktivistinnen, RegisseurInnen, und ExpertInnen.

Highlights im Rahmenprogramm „Ausstieg aus der Prostitution – Jetzt!“

An der hochkarätigen Gesprächsrunde unter dem Titel: „Sexkauf stoppen – Jetzt!“ die sich mit Prostitutionsmarkt, Menschenhandel und dem Sexkaufverbot im Rahmen des „Nordischen Modells“ beschäftigte, nahmen teil: die angehende Diplom-Juristin Sandra Norak, Kommissar Simon Häggström, Kommissar Helmut Sporer und Vorstandsfrau von TERRE DES FEMMES und SOLWODI Inge Bell. Der schwedische Kommissar Simon Häggström informierte anschaulich über das „Nordische Modell“. Dieses entkriminalisiert Frauen in der Prostitution, schützt sie eher, es werden ihnen Ausstiegshilfen angeboten. Die Sexkäufer (sog. "Freier") jedoch werden in diesem Modell kriminalisiert und so dem Prostitutionsmarkt mit seinen gewalttätigen Auswüchsen der Nährboden entzogen – das Geld, das ins System Prostitution fließt. Über die tägliche Gewalt, die sie als Prostituierte erfahren musste, sprach Sandra Norak, Überlebende der „Loverboy“ – Methode, bei Schul- und Kinovorführungen. Sie erklärte, was die psychischen Konsequenzen der Gewalterfahrungen in Bordellen und auf dem Straßenstrich sind, die vielfachen Traumata, welche die Frauen auch nach ihrem Ausstieg noch Jahre lang belasten. Und wie die aktuelle Gesetzgebung einen Push-Faktor für Menschenhandel in Deutschland darstellt. Auch sie fordert das Sexkaufverbot in Deutschland. Ebenso sorgten die Vertreterinnen von Sisters – für den Ausstieg aus der Prostitution e.V., sowie von #ichbinkeinfreier bei dem studentischen Publikum in Tübingen für viele Aha-Erlebnisse.

Publikumslieblinge

Publikumslieblinge waren fast alle dem zweiten Themenschwerpunkt „Religiöse Fundamentalismen“ zuzuordnen. Der emotional und eindringlich beleuchtete Film „Nur eine Frau“, um den bekannten Berliner „Ehren“mord, füllte bei beiden seiner Vorstellungen die Kinosäle, die ZuschauerInnen hörten fasziniert den Ausführungen von Produzentin Sandra Maischberger zur Entstehung ihres Films zu. Zu den diesjährigen Kassenschlagern zählte auch die österreichische Komödie „Womit haben wir das verdient“, die am Samstag und Sonntag für beste Unterhaltung sorgte. „Gott existiert, ihr Name ist Petrunya“, sorgte sowohl bei der Eröffnungsveranstaltung des Filmfests als auch bei der Wiederholung für gut gefüllte Säle. Weitere Publikumslieblinge waren das gemeinschaftliche Werk von acht indigenen FilmemacherInnen von acht Südseeinselstaaten „Vai“, sowie die drei für 2020 nominierten Oscarkandidaten, der marokkanische Spielfilm „Adam“, „Die perfekte Kandidatin“ aus Saudi-Arabien sowie „Die Sehnsucht der Schwestern Gusmao“ aus Brasilien. Auch Gast-Produzentin Milena Garfield fand mit ihrem Film „Savovi-Stitches“ über einen tatsächlichen Skandal von massivem Kindesraub in Serbien Anklang beim Tübinger Publikum.

Schulvorstellungen mit Gästen

Auch in diesem Jahr wurden Schulvorstellungen für junges Publikum während des Filmfestes im November angeboten. SchülerInnen konnten mit der Soziologin, Autorin und Aktivistin Necla Kelek über den Film „Nur eine Frau“ sprechen, mit Sandra Norak über „Ich gehöre ihm – Loverboy“ und mit Chelo Alvarez-Stehle über ihren persönlichen Dokumentarfilm über Missbrauch in verschiedenen Ländern „Sands of Silence, Waves of Courage“.

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Für Anfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an TERRE DES FEMMES, Irene Jung, Tel.  07071-9698807, oder per E-Mail filmfestleitung@frauenrechte.de oder filmfest@frauenrechte.de.

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