„Jetzt ist alles rund“: Das letzte CONNECT-Gruppentreffen

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Mit dem Jahr 2019 geht auch das Integrationsprojekt CONNECT – Empowerment für geflüchtete Frauen zu Ende. Ein letztes Mal kamen deshalb am 10.12.2019 Patinnen in der Geschäftsstelle von TERRE DES FEMMES zusammen und tauschten sich mit dem CONNECT-Team Désirée Birri und Laureen Hinz über Hürden, Erfolge und Zukunftsperspektiven aus.

„Ich habe irrsinnig viel gelernt“

Vor eineinhalb Jahren, zu Beginn der Patenschaft, hat Angelika ihre Tandempartnerin und deren Kinder nach Wünschen gefragt und anhand dessen einen Aktionsplan erstellt, der nach und nach abgearbeitet, aber auch immer wieder angepasst wurde. Zwischendurch hätte es auch mal Reibereien und Frust gegeben, insgesamt zog Angelika jedoch ein positives Fazit: „Wie alle Beziehungen ist die Patenschaft lebendig und ein Auf und Ab, aber jetzt ist alles rund.“ Sie habe sehr viel gelernt, vor allem über Kommunikation, viele Fragen gestellt und viel erzählt. Über das „lockere Erzählen“ sei Vertrauen gewachsen. Wichtig fand sie auch, stets einen gemeinsamen Mittelweg zu finden.

Im Juli hat Ezel ihre CONNECT-Patenschaft begonnen. Ihre fröhliche und offene Tandempartnerin Sabrieh sei immer im Doppelpack unterwegs, zusammen mit ihrer Tochter. „Es war warm von Anfang an“, berichtete Ezel. Das erste gemeinsame To-Do war die Erstellung eines Lebenslaufs. Das hat einige Zeit in Anspruch genommen, denn Ezel musste nicht nur den Aufbau erklären, sondern auch herausfinden, wo Sabrieh wie lange und als was gearbeitet hatte. Mit Erfolg: Sabrieh hat einen Job gefunden!

Wo finde ich günstige bzw. kostenlose Möbel?

Im Moment hilft Ezel bei der Suche nach einem Esstisch. Tipps zu günstigen und kostenlosen Möbeln wurden ausgetauscht: Sarah empfahl die kostenlose Internet-Plattform nebenan.de, auf der man Nachbarn kennenlernen kann und viele Gegenstände verschenkt oder günstig verkauft werden. Auch die Facebook-Gruppe „Free your stuff“ nannte sie als Alternative zu eBay Kleinanzeigen. Désirée hat zudem darauf hingewiesen, dass beim Jobcenter ein Antrag auf Erstausstattung gestellt werden kann, um die Ausgaben teilweise zu decken.

Job-, Möbel- und Wohnungssuche, Vorbereiten auf Termine bei Behörden, Übersetzen von Briefen, Erklären von Medikamenten, Begleitung zu Ärzten bzw. ins Krankenhaus. Dies sind nur einige der vielseitigen Hilfestellungen, die die Patinnen leisten – und das trotz häufiger Sprachbarrieren. Christin hat Grundkenntnisse in Französisch, der Muttersprache ihrer Tandempartnerin Stephanie. „Wir haben uns sehr gut ergänzt“, sagte Christin. Sie hätten auf Dinge gezeigt, „es ging schon irgendwie“. Oft ist es aber nicht nur die gemeinsame Sprache, die fehlt: „Das System ist auch für mich neu“, sagte Saskia über die Ausländerbehörde. Gewisse Aufgaben können und müssen ExpertInnen überlassen werden, wie zum Beispiel RechtsanwältInnen. Oft hilft es der Tandempartnerin bereits, wenn die Patin einfach nur da ist und emotionale Unterstützung anbietet.

Ausblick

„Wie geht es für euch nach CONNECT weiter?“, fragte Projektreferentin Désirée die Patinnen in Anbetracht der Tatsache, dass es das letzte Treffen im Rahmen des Projekts war. Die große Mehrheit der anwesenden Frauen wird mit ihrer jeweiligen Tandempartnerin über das Projekt hinaus in Kontakt bleiben. Sarah erzählte, dass Tharaa sie nicht als Tandempartnerin wahrnimmt, sondern sie als Freundin bezeichnet.

Die Patinnen haben den Wunsch nach weiteren Austauschmöglichkeiten geäußert. So wurden kurzerhand die E-Mail-Adressen ausgetauscht. Am Ende bedankten sich alle bei Désirée für die tolle Koordination und dafür, immer ein offenes Ohr gehabt zu haben. Sie wiederum sprach den Patinnen ein herzliches Dankeschön für deren Engagement aus.

 

Stand: 12/2019