Wie kann ich helfen?

Hinhören

Eine Auseinandersetzung oder häusliche Gewalt? Der Unterschied ist hörbar. Was wird gesagt, wie oft kommt es zum Streit, zerbrechen Gegenstände?

Deeskalieren

Klingel unter einem Vorwand (Lebensmittel borgen) bei deinen Nachbarn und unterbrich die Situation. Achte dabei immer auf deine eigene Sicherheit.

Hinsehen

Gewalt gegen Frauen kommt in allen sozialen Schichten und Altersgruppen vor. Hat sich deine Nachbarin verändert? Wirkt sie unsicher, nervös oder gereizt? Hat sie auffällig zu- oder abgenommen oder häufige Verletzungen?

Alleine ansprechen

Wie geht es deiner Nachbarin wirklich? Vielleicht schämt sie sich, dir ehrlich zu antworten, wenn du in Begleitung bist. Probiere sie alleine zu sprechen, frag nach und hör ganz genau zu.

Unterstützung anbieten

Wenn du den Verdacht hast, dass deine Nachbarin unter Partnergewalt leidet, biete ihr deine Hilfe an. Viele Frauen wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Das kannst du ändern!

Polizei rufen

Sofortige Hilfe kannst du jederzeit in Anspruch nehmen. Du erreichst die Polizei unter dem Notruf 110 oder kontaktiere eine lokal zuständige Polizeidienststelle.

Abreißzettel und Hilfekarten

Platziere im Treppenhaus, an der Haustür oder draußen in deiner Nachbarschaft Abreißzettel (PDF-Datei) oder Hilfekarten (PDF-Datei) für betroffene Frauen. Einfach ausdrucken und aufhängen.

Frauenhaus aufsuchen

Schutzhäuser sind ein sicherer Ort für Frauen und Kinder in Not. Du kannst der Betroffenen helfen, indem du mit ihr eine Einrichtung in der Nähe aufsuchst.

Eine Übersicht an Hilfsangeboten.

Dokumentieren

Informiere die Betroffene darüber, dass jede Art von Beweis eine Strafanzeige erleichtert. Dies kann die schriftliche Dokumentation (Datum, Uhrzeit und Ablauf) oder ein ärztlicher Befund sein. Bei sexualisierter Gewalt kann eine vertrauliche Spurensicherung aufgesucht werden.

Recht haben

Gewalt an Frauen ist eine Menschenrechtsverletzung. Häusliche Gewalt ist eine Straftat, das besagt nicht nur das deutsche Gewaltschutzgesetz, sondern auch die Istanbul-Konvention. Unter anderem sind Wohnungsverweisung, Schmerzensgeld und gerichtliche Regelung des Sorgerechts zivilrechtliche Schutzmöglichkeiten.

Frauen nicht alleine lassen

Egal ob spontan und alleine oder mit Unterstützung anderer – Hauptsache du hilfst und lässt Frauen nicht alleine. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ ist auch für unterstützende Personen eine wichtige Anlaufstelle, Beratung rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, erhältst du unter 08000 116 016. Werde aktiv und mach dein Umfeld sicherer für Frauen. Unternehme jedoch nie etwas gegen den Willen der Betroffenen, auch wenn es schwerfällt. Bei akuter Bedrohung kannst du selbstverständlich die Polizei rufen.