Aktuelles zum Thema Internationale Zusammenarbeit

Weibliche Genitalverstümmelung verhindern und Zukunft schaffen - Berufsbildung für Mädchen in Sierra Leone

AIM-Gründerin Rugiatu Turay und ein Mäechden aus dem Schutzhaus

„Ich habe es geschafft, NEIN zu einer Tradition zu sagen, die mein Leben zerstört hätte: weibliche Genitalverstümmelung. Jetzt will ich auch meine Zukunft selbst gestalten – dafür brauche ich eine Berufsausbildung.“ Zainab* ist eines von mehreren hundert Mädchen in Sierra Leone, die mithilfe der TERRE DES FEMMES-Partnerorganisation AIM und dem von ihr aufgebauten Schutzhaus der weiblichen Genitalverstümmelung (engl. FGM) entkommen konnten. Damit sie selbstbestimmt leben und erreichen können, dass FGM in ihrem Land verboten wird, will TDF ein Berufsbildungsprojekt starten und so dringend benötigte Zukunftsperspektiven für Mädchen schaffen. Die Teilnehmerinnen können eine Berufsausbildung in den Bereichen Schneiderei/Modedesign oder Seifenherstellung absolvieren und werden anschließend beim Aufbau eines eigenen Unternehmens unterstützt.

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„Solidarität mit afghanischen Mädchen und Frauen. JETZT!“ Demo am 23. September am Brandenburger Tor in einem breiten Bündnis afghanischer und deutscher Frauenrechts- und Kulturorganisationen

 

 

Collage Afghanistan Demo

Entgegen aller Versprechungen der Taliban, die Rechte der Frauen nach ihrer erneuten Machtübernahme zu bewahren, bestätigen ihre Taten die schlimmsten Befürchtungen der FrauenrechtlerInnen in Afghanistan und in der Diaspora: Berichte über Menschenrechtsverletzungen mehren sich, das bisherige Frauenministerium wurde geschlossen und stattdessen in ein Ministerium zur „Verbreitung von Tugend und Verhinderung von Untugend“ umgewandelt, Frauen wurden von ihren Arbeitsplätzen verbannt, und die Wiedereröffnung der weiterführenden Schulen richtet sich nur an männliche Schüler.

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Projektupdate Burkina Faso für das erste Halbjahr 2021

TeilnehmerInnen am „Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung", Bildrecht: ABN

Zu unserer großen Erschütterung fassen Terror und Extremismus immer mehr Fuß in Burkina Faso. Im nördlichen Burkina Faso sind jüngst 50 Menschen bei einem Angriff mutmaßlich islamistischer Extremisten auf einen Militärkonvoi ums Leben gekommen. Bei einem zweiten Terroranschlag vor einer Woche starben mindestens 80 Menschen. Das schlecht ausgerüstete und ausgebildete Militär hat Mühe, der Gewalt Einhalt zu gebieten, und die sich verschlechternde Sicherheitslage führt zu Unruhen. Mittlerweile befinden sich nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 1,2 Millionen Menschen im eigenen Land auf der Flucht. In der gesamten Sahelzone sind bewaffnete Gruppen aktiv, von denen einige in Verbindung mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) oder Al-Kaida stehen.

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COVID-19-Nothilfe in Indien

Zielgruppen der Hilfsaktion und BHUMIKA-Team bei der Verteilung, Bildrecht: BHUMIKA

Die Pandemie hat Indien und damit auch unsere Partnerorganisation, das BHUMIKA Women’s Collective, im zentralindischen Bundesstaat Telangana hart getroffen. Der Lockdown im Mai dieses Jahres verschärfte die Not insbesondere von alleinerziehenden Müttern, mobilen Händlerinnen, älteren Menschen und Menschen mit Behinderungen. Viele HilfsarbeiterInnen mussten aufgrund des Verlusts ihres Arbeitsplatzes und Verdienstes zusammen mit ihren Familien aus den Städten wieder in ihre Heimatdörfer zurückkehren, wo sie kaum ihre Grundbedürfnisse decken können. Um die existenzielle Versorgung der einkommensschwächsten Familien unmittelbar sichern zu können, hat BHUMIKA im Juni und Juli 2021 Hilfspakete in zwei besonders betroffenen Gemeinden des Distrikts Narayanapet verteilt. Die Maßnahme konnte durch eine Sonderspende von TERRE DES FEMMES finanziert werden.

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Die Welt wird für Afghaninnen noch kleiner

Frauenrechtlerinnen in Afghanistan und in der Diaspora trauen der Ankündigung der Taliban nicht, sie würden das Recht der Frauen auf Bildung und Berufsausbildung wahren. Die Unterdrückung und Gräueltaten der Taliban zwischen 1996 und 2001 sind tief in das kollektive und individuelle Gedächtnis der meisten AfghanInnen eingegraben. Regelmäßig brachen die Taliban während der Verhandlungen der letzten Jahre Versprechen und zu groß ist die Befürchtung, es gehe den Taliban in erster Linie um internationale Anerkennung ihrer Herrschaft. Beispielsweise sollen sich berufstätige Frauen laut einem Taliban-Sprecher „vorerst“ in ihren Häusern in Sicherheit begeben, da einfache Taliban-Funktionäre noch im Umgang mit Frauen „unterrichtet“ werden müssten. Schon vor 20 Jahren machten die Taliban Mädchen und Frauen leere Versprechungen, dass sie bei einer besseren „Sicherheitslage“ mehr Freiheiten bekommen würden – als diene die Beschneidung der Frauenrechte ihrem Schutz.

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Interview mit einer Mitarbeiterin der Neswan Social Association in Herat (18.8.2021):

TDF: Wie glaubwürdig sind die Aussagen der Taliban, Frauen in Zukunft nicht von Bildung, Berufsausübung und dem öffentlichen Leben auszuschließen?

Mitarbeiterin: Die Frauen glauben und vertrauen den Worten der Taliban nicht - nicht einmal 10% davon. Die Taliban zeigen sich im Moment zugänglich und freundlich, damit sie international anerkannt werden. Viele der Taliban sind ungebildete Menschen. Schon jetzt haben wir mitbekommen, dass Frauen auf der Straße bezüglich ihrer Kleidung abgemahnt werden. Mit „richtiger“ Kleidung ist die islamische Bekleidung gemeint, welche auch das Gesicht bedecken soll; in Afghanistan wird auch dafür der Begriff „Hijab“ genutzt.

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Afghanistan: Frauenrechtlerinnen schützen und weiter für die Bildung von Mädchen kämpfen.

Afghanistan jetzt helfen

In rasantem Tempo haben die Taliban nach dem NATO-Truppenrückzug nicht nur weitere ländliche Gebiete in Afghanistan, sondern auch Großstädte und zuletzt die Hauptstadt Kabul erobert. Mit der Machtübernahme der Taliban stehen elementare menschenrechtliche Errungenschaften, die das Land in den letzten zwei Jahrzehnten eingeführt hat, auf dem Spiel. Insbesondere afghanische Menschenrechtsverteidigerinnen, die sich für die Rechte von Mädchen und Frauen eingesetzt haben, schweben nun in Todesgefahr.

Für unsere TDF-Partnerorganisation im Westen des Landes bedeutet die Rückkehr der Taliban, dass sie ihren Einsatz für die Bildung und Stärkung der Rechte von Mädchen und Frauen aussetzen muss. Noch drängender und alarmierender ist aber die akute Gefährdung der Mitarbeitenden: In der großen Mehrzahl Frauen und Angehörige der Hazara-Minderheit. Während der Schreckensherrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 wurden sie besonders brutal verfolgt.

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Frauen und Mädchen sind die Leidtragenden des Taliban-Vormarsches

In rasantem Tempo haben die Taliban nach dem NATO-Truppenrückzug nicht nur weitere ländliche Gebiete in Afghanistan, sondern auch Großstädte und zuletzt die Hauptstadt Kabul erobert. Im Westen des Landes, wo die TDF-Partnerorganisation Neswan Social Association bei Herat ihren Sitz hat, leben sehr viele Angehörige der schiitischen Minderheit der Hazara. Während der Schreckensherrschaft der Taliban von 1996 bis 2001 wurden sie besonders brutal verfolgt. Für Angehörige der Hazara und besonders für Frauen und Mädchen könnte sich das Leben unter einer erneuten Taliban-Herrschaft radikal verschlechtern. Was bedeutet die Machtübernahme der Taliban für afghanische Frauen und Mädchen?

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Afghanistan – Projektupdate aus dem ersten Halbjahr 2021

Die Organisation setzt sich als Einzige in der Region speziell für das Recht auf Bildung von Frauen und Mädchen ein. Bildrecht: Neswan Social Association

Die TDF-Partnerorganisation Neswan Social Association unterstützt Mädchen und Frauen in einem Vorort der Stadt Herat in der gleichnamigen Provinz auf ihrem Bildungsweg und in ihrer Selbstständigkeit. 300 von ihnen haben dieses Jahr bereits an Kursen der Alphabetisierung, der akademischen oder beruflichen Bildung teilgenommen! Das ist insbesondere im Hinblick auf die zunehmende Macht der Taliban ein großer Erfolg. Die Extremisten kontrollieren seit dem NATO-Truppenabzug bereits über die Hälfte des Landes, darunter elf der 34 Provinzhauptstädte (Stand 13.08.21). Nach wochenlangen Angriffen auf Herat wurde nun auch die drittgrößte Stadt Afghanistans von den Taliban erobert.

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Interview mit Rakieta Poyga – Gründerin und Leiterin unserer Partnerorganisation ABN – zur Online-Veranstaltungsreihe Weibliche Genitalverstümmelung

Rakieta Poyga - Bildrecht: Alexander Gonschior

TERRE DES FEMMES: Wie unterscheidet sich die Rechtslage zu Weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) in Burkina Faso von der in Deutschland?

RAKIETA: In Deutschland steht FGM nach Paragraf 226a StGB unter Strafe. Auch wenn FGM in Burkina Faso seit 1996 gesetzlich verboten ist, werden die Grundrechte von Kindern und Frauen kaum respektiert und umgesetzt. Der Grad der Demokratie und Entwicklung in einem Land wirkt sich eben auch auf die Rechtslage aus. Zudem gibt es in Burkina Faso eine Analphabetismus-Quote von über 70 Prozent, was zu dem Tabu über FGM beiträgt. Wir können fast alles mit Aufklärung erreichen, aber Bildung ist die Grundlage.

In Deutschland ist das Problem meiner Meinung nach durch Globalisierung und Einwanderung importiert. FGM praktizierende EinwanderInnen und Geflüchtete leben relativ isoliert. Also sollte der deutsche Staat diese Bevölkerungen direkt in ihrer Muttersprache adressieren und zu dem Thema aufklären.

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