Internationaler Frauentag 2020 – das Gleichstellungsbüro der Stadt Dortmund veranstaltet Forum „FrauenMachtZukunft“

Wie jedes Jahr konnten sich auch 2020 aktive Frauen und Frauenverbände aus der Region beim Gleichstellungsbüro Dortmunds melden, um ein selbst gestaltetes Forum anzumelden. TDF-Mitfrau und AG-Mitglied zu weiblicher Genitalverstümmelung (engl.: FGM), Silvia Kaufmann, beteiligte sich an der Aktion. Unterstützt wurde sie dabei von FGM-Expertin und Communitymitglied Oumou Diallo.

„FrauenMachtZukunft“ – unter diesem Motto stand der internationale Frauentag 2020. Verschiedene Foren boten die Möglichkeit, sich zu aktuellen frauenpolitischen Themen auszutauschen, die eigenen Kompetenzen zu stärken oder Anregungen für Beruf und Alltag zu erhalten. Interessierte konnten demnach ein eigenes Forum beim Rathaus Dortmund anmelden und das Gleichstellungsbüro der Stadt übernahm dann die Organisation für die räumliche Ausstattung und das Rahmenprogramm. Als elfter von insgesamt 13 Workshops des Forums und unter dem Titel „Praktiken patriarchaler Gewalt an Mädchen und Frauen erkennen und verhindern“ wurde auf die Folgen von weiblicher Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung aufmerksam gemacht.

In Form eines Interviews zwischen Frau Diallo und Frau Kaufmann wurde das anwesende Publikum über verschiedene Aspekte von FGM informiert. Hierbei wurde auf die Situation in Guinea, dem Herkunftsland von Frau Diallo, und Deutschland eingegangen. Neben theoretischen Aspekten wie Begriffsbestimmungen, Motiven, Folgen, der rechtlichen Lage und Möglichkeiten der Prävention – auch durch den Schutzbrief bzw. verpflichtende U-Untersuchungen – wurden auch Erfahrungen der Anwesenden geteilt. Weiterhin konnten Fragen an die beiden Referentinnen gestellt.

Im zweiten Teil der Veranstaltung hat Frau Kaufmann über Zwangsverheiratung referiert. Hierbei wurde der Begriff der Ehre thematisiert, verschiedene relevante Begrifflichkeiten definiert, Motive, die rechtliche Lage und die Folgen erläutert, die Verbreitung im Blick genommen und über Möglichkeiten der Prävention sowie die Indikatoren für eine mögliche Gefährdung gesprochen.

Danach erhielt die Leiterin des Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge, Rodica Anuti-Risse, die Möglichkeit, das Beratungsangebot der Einrichtung vorzustellen und verteilte Flyer über FGM des Vereins Crocodile e.V. Beide Einrichtungen sind auch Mitglieder des Dortmunder Runden Tisches zu FGM. Insgesamt wurde die gesamte Veranstaltung durch die Anwesenheit unterschiedlicher Vereine und Angebote enorm bereichert.

Abschließend bedankte sich TDF-Mitfrau und Moderatorin des Workshops Ingrid Reinhardt für die tollen Beiträge der Anwesenden und bat um Feedback. Die Frauen und Männer ließen deutlich werden, dass ihnen das Konzept des Workshops gut gefiel.

Stand März 2020