Halbzeit für die CHANGE Mediatoren: Mit viel Motivation geht es ins zweite Projektjahr!

Die CHANGE Mediatoren mit Projektkoordinatorin Sonja Störmer. Foto: © Jan Kruse

Ein Jahr ist es nun her, dass die Teilnehmer des Projektes „Men Standing Up for Gender Equality“ ihre Ausbildung als CHANGE Mediatoren begonnen haben. Seitdem ist einiges passiert: Sie haben sich in zahlreichen Schulungen intensiv mit Geschlechterrollen, ihrem Bild von Männlichkeit und geschlechtsspezifischer Gewalt auseinandergesetzt. Besonders die schädlichen Praktiken weiblicher Genitalverstümmelung (FGM/C) und Kinder-, Früh- und Zwangsverheiratung (CEFM) beschäftigten sie dabei immer wieder.

Binta Fatty vom Projekt „Let’s CHANGE“ gibt Einblicke in die Community Arbeit Foto: © TERRE DES FEMMESBinta Fatty vom Projekt „Let’s CHANGE“ gibt Einblicke in die Community Arbeit Foto: © TERRE DES FEMMESJetzt ist die Zeit gekommen, wo sie selbst in ihre Communitys und Unterkünfte für Geflüchtete gehen werden. So möchten sie in der zweiten Projekthälfte dazu anregen, über tabuisierte Themen wie FGM/C und CEFM zu sprechen und damit neue Impulse zu setzen. Um die CHANGE Mediatoren hierauf noch besser vorzubereiten, fand am 04.08.2020 ein gezielter Austausch im Rahmen eines Empowerment Meetings statt. Mit Binta Fatty und Sana Diedhou, zwei TeilnehmerInnen des Vorgängerprojektes „Let’s CHANGE“, konnten sie über all ihre offenen Fragen zur Organisation und Durchführung ihrer anstehenden Sensibilisierungsaktivitäten in den Communitys sprechen. Es war ein sehr lebendiger und wichtiger Dialog, bei dem die CHANGE Mediatoren viele Tipps und Ideen für die Arbeit in den Communitys sammeln konnten.

Den CHANGE Agents lag es ganz besonders am Herzen, dass man sich bei der Community-Arbeit immer genügend Zeit nimmt, um erst einmal Vertrauen aufzubauen. Nur so wird ein offener Austausch über Tabuthemen wie FGM/C und CEFM erst möglich. Auch konnten die CHANGE Mediatoren aus erster Hand erfahren, welche Herausforderungen sie womöglich während der Community-Arbeit erwarten und wie sie diesen am besten begegnen können. Besonders der Umgang mit negativen Reaktionen, z.B. dem Vorwurf, durch den Einsatz gegen FGM/C die eigene Kultur oder Religion zu verraten, wurde thematisiert. Dabei ist es hilfreich, bestehenden Mythen Fakten entgegenzusetzen, und das alles ohne jemanden dabei zu verurteilen. Bei der Vorbereitung auf die Aktivitäten spielen jedoch nicht nur diese Herausforderungen eine Rolle: Die CHANGE Mediatoren können es nicht erwarten, ihre ganz individuellen Talente in die Community-Arbeit einzubringen und verschiedenste Formen von Aktivitäten durchzuführen.

Wir freuen uns über die erfolgreich abgeschlossenen Schulungen, den Einsatz der CHANGE Mediatoren und sind gespannt auf ihre Arbeit und Erfahrungen in den Communitys!

 

Stand: 10/2020