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Internationale Kooperationen

TERRE DES FEMMES –
Menschenrechte für die Frau e.V.
Brunnenstr. 128
13355 Berlin

Mali

APDF, Mali – Gewaltschutzzentrum für Mädchen und Frauen

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  • Erfolge

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  • Weitere Informationen

Das Leitungsteam von APDF (2017): Bintou Diawara Coulibaly (rechts) und Aminata Koné Diakité Foto: © TERRE DES FEMMESDas Leitungsteam von APDF (2017): Bintou Diawara Coulibaly (rechts) und Aminata Koné Diakité
Foto: © TERRE DES FEMMES

Projektgebiete: Gewaltschutzzentrum in Bamako und Mopti sowie weitere Projektstandorte in ganz Mali

Wird von TDF unterstützt seit: 2009

Zielgruppe: gewaltbetroffene Mädchen und Frauen

Projektaktivitäten:

  • Gewaltschutz und Notunterkunft für Mädchen und Frauen
  • Medizinische, psychologische und juristische Betreuung betroffener Frauen
  • Aufklärungs- und Lobbyarbeit
  • Unterstützung beim Aufbau ökonomischer Selbstständigkeit durch Schulungen für einkommensschaffende Maßnahmen und die Bereitstellung der benötigten Materialien und Werkzeuge

Projektgründerin: Fatoumata Siré Diakité († Oktober 2016)

Kontakt: Ehrenamtliche Projektkoordinatorin Susanne Meister (mali@frauenrechte.de)
oder TERRE DES FEMMES-Referat Internationale Zusammenarbeit (iz@frauenrechte.de)

Projektflyer: Informationsflyer zu APDF (PDF-Datei)

 

Hintergrund

Frauen warten vor dem Projektgebäude auf Beratung. Foto: © TERRE DES FEMMESFrauen warten vor dem Projektgebäude auf Beratung.
Foto: © TERRE DES FEMMES

Mali ist eins der ärmsten Länder Afrikas: Circa die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsgrenze. Zudem gibt es einen Bevölkerungszuwachs von ca. 3% im Jahr, was die Wirtschaft vor große Probleme stellt. In den Jahren 2012-2014 durchlebte Mali schwere politische Unruhen: Meuternde Soldaten stürzten den Präsidenten, während gleichzeitig im Norden des Landes rebellierende Touareg und islamistische Extremisten die Einheit des Landes gefährdeten. Islamistische Terrorgruppen haben von 2012-2013 die Macht im Norden übernommen und die Bevölkerung gewaltsam unter die Herrschaft der Scharia gestellt. Seit Juli 2013 kämpft die UNO-Mission MINUSMA (Multidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali) dagegen an. Noch heute herrscht ein Klima der Unsicherheit und besonders die weibliche Bevölkerung leidet unter den nicht aufgeklärten Kriegsverbrechen.

In einem aktuellen Bericht von UN OCHA („Aperçu des besoins humanitaires 2017") wird festgehalten, dass angesichts der aktuellen Sicherheitslage in Mali, die geprägt ist von sporadischen bewaffneten Konflikten, Spannungen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen in der Gemeinschaft sowie von verstärkten Flucht- und Migrationsbewegungen aus diesen Gebieten, ein verstärktes Risiko von Sexueller Gewalt in den Regionen Kidal, Gao, Timbuktu, Mopti, Ségou, Ménaka und Taoudeni besteht. Schätzungsweise sind davon 142.242 Frauen, 162.987 Mädchen und 62.638 Jungen sowie 28.720 Männer betroffen

Das Gewaltschutzhaus in Bamako. Foto: © TERRE DES FEMMESDas Gewaltschutzhaus in Bamako. Foto: © TERRE DES FEMMESAber auch außerhalb der Krisenregionen haben Frauen in Mali einen besonders schwierigen Status. Eine malische Frau bekommt im Durchschnitt 6,4 Kinder. Früh- und Zwangsehen sind verbreitet, 55% der Mädchen heiraten vor ihrem 18. Lebensjahr. Ein weiteres Problem ist die weibliche Genitalverstümmelung (FGM): fast 89% der Mädchen und Frauen werden beschnitten, 90% von ihnen vor ihrem 5. Lebensjahr. Benachteiligung von Mädchen bei der Teilhabe an Bildung sind ein weiterer Faktor, der dazu führt, dass laut der Organisation ONE Mali auf Platz 3 der Einstufungsskala liegt, die auflistet, wo es Mädchen weltweit am schwersten haben (2016).

Deshalb ist es umso wichtiger und notwendiger, dass es Frauenrechtsorganisationen wie APDF gibt.

 

 

Projektaktivitäten von APDF

Eine Frau bedruckt einen Stoff während eines Kurses von APDF. Foto: © TERRE DES FEMMES	Eine Frau bedruckt einen Stoff während eines Kurses von APDF.
Foto: © TERRE DES FEMMES

Die "Association pour le Progrès et la Défense des Droits des Femmes" (APDF) ist die einzige Organisation in Mali, die im Bereich Gewaltschutz sowohl Notunterkunft als auch umfassende soziale, medizinische, psychologische und juristische Dienste unter einem Dach anbietet. Mit ihren ca. 30.000 Mitgliedern, die teilweise durch Regionalbüros in den acht Regionen Malis vertreten sind, ist sie Frauenrechtsorganisation und Frauenbewegung zugleich.

Die wesentlichen Ziele von APDF sind:

  • Die fundamentalen Reche von Mädchen und Frauen zu fördern, zu schützen und zu verteidigen.
  • Frauen über ihre Rechte zu informieren.
  • Gegen alle Formen geschlechtsspezifischer Gewalt einschließlich schädlicher Praktiken und Traditionen zu kämpfen.
  • Die soziale Rolle und ökonomische Teilhabe der malischen Frau zu stärken.
  • Frauen durch Ausbildungen in ihrem Bestreben nach wirtschaftlicher Unabhängigkeit zu unterstützen.

Nähkursteilnehmerinnen. Foto: © TERRE DES FEMMES Nähkursteilnehmerinnen. Foto: © TERRE DES FEMMES Entsprechend dieser Zielsetzungen betreibt APDF Frauenschutzhäuser in Bamako und Mopti. Dort finden von Gewalt und Diskriminierung betroffene Mädchen und Frauen ganzheitliche Hilfs- und Unterstützungsangebote. Damit die Frauen sich ein selbstbestimmtes Leben ermöglichen können, werden ihnen Schulungen zu einkommensschaffenden Aktivitäten angeboten, wie z.B. Stofffärben, Schneidern, Herstellung von Seifen und Verarbeitung von lokalen Agrarprodukten zu getrockneten Tomaten, getrockneten Kräutern oder Zwiebeln etc.).. Nach den Kursen bekommen die Frauen die benötigten Materialien und Werkzeuge mit nach Hause und können sich so in ihren Dörfern mit Produktion und kleinen Verkaufsständen ein eigenes Einkommen erwirtschaften. Darüber hinaus geben sie ihre neu erlernten Fähigkeiten an andere Dorfbewohnerinnen weiter, wodurch sich der Erfolg der Schulungen vervielfacht.

Aktuell steht für die Kooperation APDF-TDF die Realisierung des Bauvorhabens für ein neues Gewaltschutzhaus in Gao, Nordmali, im Vordergrund der gemeinsamen Projektarbeit. Im Rahmen des TDF-Projektbesuches 2017 wurden hierfür die notwendigen Vorbereitungen und die Voraussetzungen für die Durchführung geschaffen.

 

Erfolge der Organisation

APDF-MitarbeiterInnen mit den TERRE DES FEMMES-Besucherinnen Renate Staudenmeyer und Susanne Meister. Foto: © TERRE DES FEMMESAPDF-MitarbeiterInnen mit den TERRE DES FEMMES-Besucherinnen Renate Staudenmeyer (Mitte) und Susanne Meister.
Foto: © TERRE DES FEMMES

Das Zustandekommen der Partnerschaft von APDF und TERRE DES FEMMES ist auf die großzügige Unterstützung eines Kölner Unternehmers zurückzuführen. Er hat im Jahr 2009/2010 nicht nur die Baumaßnahme zum Aufbau des Gewaltschutzzentrums in Bamako finanziert, sondern immer wieder auch die Projektaktivitäten von APDF unterstützt.

TDF hat diese Zusammenarbeit flankierend begleitet und baut die Kooperation mit APDF seit 2015 weiter aus. Hierbei geht es TDF vor allem darum, die Betreuung der hilfesuchenden Mädchen und Frauen im Gewaltschutzzentrum in Bamako zu unterstützen sowie den Aufbau eines weiteren Frauenschutzhauses in Nordmali voranzubringen.

  • Im Jahr 2013 wurden allein bei APDF in Bamako 426 Mädchen und Frauen betreut, die meisten kamen aus Nordmali, 30 aus Südmali; im Jahr 2014 waren 505 Fälle, davon 24 aus Südmali; 2015 fanden 243 Mädchen und Frauen aus Nordmali und 25 aus Südmali gezielte Unterstützung und Hilfsangebote.
  • Mit den Schulungen zu einkommensschaffenden Aktivitäten werden pro Jahr ca. 300 Frauen direkt erreicht, durch den Multiplikatoreffekt in den Dörfern sogar noch weitaus mehr.
  • Darüber hinaus ist APDF eine anerkannte Frauenrechtsorganisation in Mali, deren Expertise von vielen Seiten aus Politik und Zivilgesellschaft angefragt wird.



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Verkauf von Stoffen, Nähprodukten und hergestellten Lebensmitteln. Foto: © TERRE DES FEMMES Verkauf von Stoffen, Nähprodukten und hergestellten Lebensmitteln. Foto: © TERRE DES FEMMES Damit APDF ihre Projekte für ein Leben frei von Gewalt weiterhin nachhaltig durchführen kann, ist die Organisation auf finanzielle Unterstützung angewiesen.

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Weitere Informationen

Flyer

 

Jahresberichte

Die ehrenamtliche Projektkoordinatorin Susanne Meister berichtet jährlich zu den Projektentwicklungen:

Reiseberichte

Öffentlichkeitsarbeit

Weitere Informationen erhalten Sie bei

TERRE DES FEMMES e.V.
Brunnenstr. 128, 13355 Berlin
Tel: 030 - 40 50 46 99-0
E-Mail: Kontaktformular

 

 

 

 

 

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