• 23.01.2026

Trauer um Ingrid Staehle

TERRE DES FEMMES nimmt Abschied von Ingrid Staehle (05.05.1945 - 21. Januar 2026). Ingrid Staehle war Gründerin und erste Vorständin des Vereins.

Als Journalistin war Ingrid Staehle auf Themen gestoßen, die bis dahin in Deutschland kaum jemand wahrgenommen hatte. Berichte über „Ehren“-Morde und weibliche Genitalverstümmelung, das waren neue Informationen, über die hierzulande nicht berichtet wurde. Ein Artikel in BRIGITTE über die ,,Princesses Mortes", eine Reportage über Frauenschicksale im Mittleren Osten, ließ sie nicht mehr los – und auf die Erschütterung folgten Taten:

Im Juli 1981 versammelten sich 13 Frauen in einer Hamburger Wohnung und gründeten offiziell den Verein TERRE DES FEMMES. Ingrid Staehle und Barbara Hamaidia waren die ersten Vorsitzenden.

Als erster politischer Akt wurde eine Brief- und Unterschriftenaktion an das Europäische Parlament gerichtet mit der Aufforderung, die Genfer Flüchtlingskonvention um den Zusatz ,,Niemand darf aufgrund seiner Geschlechtszugehörigkeit verfolgt werden“ zu erweitern. Sie führte später tatsächlich zur Anerkennung von geschlechtsspezifischer Verfolgung als Asylgrund.

Ingrid Staehle war eine große Unterstützerin der Frauenrechte, eine überzeugte Feministin, die sich mit großem Einsatz auf die Seite von gewaltbetroffenen Frauen stellte.

2013 wurde Ingrid Staehle das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Von 2014-2017 war sie erneut Vorständin von TERRE DES FEMMES, und blieb danach noch einige Jahre lang Ehrenvorsitzende.

Ulrike Mann, Vorstandsvorsitzende von TDF: „Wir sind Ingrid Staehle nicht nur dafür dankbar, dass sie TERRE DES FEMMES gegründet hat – wir werden uns auch an ihr langjähriges Engagement erinnern. Wir alle kennen die Erschütterung über Gewalt, die Frauen angetan wird, weil sie Frauen sind. Aber Ingrids Umgang damit prägt uns bei TDF bis heute: Nicht verzagen, nicht wegsehen, nicht aufgeben – sondern Unrecht und Gewalttaten klar benennen und ihnen solidarisch mit betroffenen Mädchen und Frauen entgegentreten.“

nach oben
Jetzt spenden