Pressestatement | Partnerschaftsgewalt: Gewalt gegen Frauen ist kein Einzelfall – sie ist System.
Berlin, 10. Februar 2026. „Die LeSuBiA-Studie zeigt es schwarz auf weiß: Gewalt gegen Frauen ist keine ‚Ausnahme‘, kein ‚Beziehungsdrama‘, keine ‚Familientragödie‘, sondern findet leider täglich statt und gipfelt zu oft in einem Femizid. Das Ausmaß in Deutschland ist schockierend“, sagt Gesa Birkmann, Geschäftsführerin für Politik und Themen bei TERRE DES FEMMES.
„Die neue Datenlage ist ein wichtiger Schritt. Jetzt braucht es zwingend weitere Maßnahmen, um die Menschen in Deutschland, insbesondere Kinder, Frauen und vulnerable Gruppen, die die Gewalt besonders hart und mehrfach trifft, vor Gewalt zu schützen“, so Gesa Birkmann weiter.
„Täterarbeit, Frauenhäuser, Beratungsstellen oder polizeiliche Wegweisungen sind sehr wichtige Maßnahmen. Es wäre aber gleichzeitig unerlässlich, schon anzusetzen, bevor Gewalt ausgeübt wird. TERRE DES FEMMES fordert, Präventionsmaßnahmen umgehend und konsequent auf die Frühintervention auszurichten, um Gewalt bereits im Entstehungsprozess zu verhindern – nicht erst nach ihrer Eskalation.“
TERRE DES FEMMES fordert:
- Modernisierung von Risikoanalyse und Gefahrenmanagement: Einführung verbindlicher, standardisierter und kontextangepasster Gefährdungsanalysen als Grundlage für Schutzmaßnahmen. Damit können wir Rückfallquoten von Tätern um bis zu 50 Prozent senken.
- Arbeitsplätze als zentrale Orte der Prävention: Häusliche Gewalt mindert die Produktivität Betroffener um bis zu 48 Prozent. Gezielte flächendeckende Schulungen für Personalabteilungen, Führungskräfte und Mitarbeitende, insbesondere auch im öffentlichen Dienst. Dabei sollten wir Gewerkschaften sowie Arbeitgeberverbände als Multiplikatoren einbinden.
- Schulen müssen Gewaltprävention als Pflichtinhalt verankern: Jugendliche erleben bereits in frühen Beziehungen Gewalt. Internationale Programme belegen, dass Aufklärung Gewalt messbar reduziert. Häusliche Gewalt als festen Bestandteil in Curricula, Lehrerfortbildungen und Elternarbeit aufnehmen, um Rollenbilder und Machtstrukturen frühzeitig zu reflektieren.
- Politische Verantwortung für Frühintervention ist unabdingbar. Klare politische Priorisierung durch nachhaltige Finanzierung von Präventionsmaßnahmen, verbindliche Rahmenbedingungen und eine bundesweite Strategie zur Gewaltprävention ist zwingend notwendig.