Mira Siegel, Manuela Schon, Arian Panther, Caroline Werner, Huschke Mau (Hrsg.): Störenfriedas

Feminismus radikal gedacht

Books on Demand, 2018. 556 Seiten. 24,90 €2018 Storenfriedas

Bisher sind die „Störenfriedas“ dem Patriarchat mit ihren Beiträgen im gemeinsamen „radikal-feministischen“ Blog in die Quere gekommen. Mit ihm wollen sie „stören, aufrütteln und manches Mal auch verstören und vielleicht mit jedem Mal die Welt ein kleines bisschen besser machen“. Mit ihrem neuen, analogen Medium, dem vorliegenden Buch, dürften sie Ähnliches erreichen.

Sie bescheinigen der Gesellschaft eine fest verankerte sexistische Grundhaltung. Diese manifestiert sich – oft kaum als solche wahrgenommen - in ungleichen Redeanteilen von Frauen und Männern in Fernsehsendungen; zeigt die Frau offen als Sexualobjekt auf Werbeplakaten, nimmt von ihr Besitz in der Prostitution.

Schon die ersten Kapitel des Buches demaskieren das Patriarchat, werfen einen Blick auf die Anfänge der Frauenbewegung während der Französischen Revolution, führen durch die unterschiedlichen Strömungen des Feminismus, wie etwa dem „Postfeminismus“ oder „sex-positiven Feminismus“.

Wie haben sich die Frauenrechte im Laufe der Geschichte gewandelt? Wie hat sich die Situation der Frauen verändert? Auch dazu liefern die Autorinnen klärende Beiträge. So werden etwa die gesellschaftlichen Bedingungen für die Frauen während des Ersten und Zweiten Weltkrieges thematisiert. Welche Rolle spielten die Frauen für den Wiederaufbau nach Kriegsende?

Ein Hauptaugenmerk liegt vor allem auf den unterschiedlichen Aspekten von sexualisierter und kommerzialisierter Gewalt in der Sexindustrie. Dabei werden Zusammenhänge von patriarchaler Gewalt und Kapitalismus aufgedeckt, aber auch wie Rassismus und Sexismus fester Bestandteil dieses Systems sind.

Radikalfeministisch wird auch über den Frauenkörper, über Mutterschaft reflektiert.

„Wie könnte eine Gesellschaft jenseits von geschlechtlicher Unterdrückung aussehen?“ Diese visionäre Frage schwebte den Verfasserinnen wohl als Leitmotiv vor; immer wieder schimmert sie in aufgezeigten Lösungsansätzen und Alternativen in den Beiträgen durch.

Manche Texte beruhen auf persönlichen Erfahrungen, was die „Störenfriedas“ zu einem sehr persönlichen Buch macht.