Nach Syrien und Libyen nun auch der Sudan: Massenvergewaltigung von Frauen als Kriegswaffe

Im April 2019 forderte der UN-Sicherheitsrat ein härteres Vorgehen gegen sexuelle Gewalt als Kriegswaffe. Nichtsdestotrotz wird sie ungebremst gegen Frauen eingesetzt und Frauen fehlt weiterhin die Institution, die diese Verbrechen bestrafen könnte.

Im Sudan gingen vor allem Frauen gegen den autoritären Machthaber Omar al-Baschir auf die Straße - Schätzungen zufolge waren es 70 Prozent der Protestierenden - und forderten Teilhabe am öffentlichen Leben. Sie verlangten Gleichberechtigung und riefen: „Revolution!“ Nach dem Sturz von al-Baschir war die Hoffnung auf Demokratie groß. Doch dann stellte sich ein Mann gegen die friedliche Bewegung: Mohamed Hamdan Dagalo, genannt „Hemeti“. Er hat maßgeblich den brutalen Völkermord in Darfur zu verantworten und ist nun zum zweitstärksten Mann im Sudan geworden – unterstützt von den berüchtigten Dschandschawid-Milizen (engl.: Janjaweed), die dafür bekannt sind, im Auftrag der Armee aufständische Volksgruppen zu bekämpfen. Dagalo soll persönlich den Befehl gegeben haben, Frauen systematisch zu vergewaltigen. Nach der Auflösung der Sitzblockade vor dem Parlament am 03. Juni wurden Körper sexuell misshandelter Frauen aus dem Nil geborgen und auch Fälle von Vergewaltigungen in Krankenhäusern dokumentiert. Selbst Gräueltaten gegen Kinder sind bekannt geworden. Mayada Habib vom Zentrum für Frauenforschung in Frankreich kommentierte, der militärische Übergangsrat setze bewusst sexualisierte Gewalt gegen die Bevölkerung ein. Möglicherweise habe die prominente Rolle der sudanesischen Frauen in der Protestbewegung den Militärrat dazu gebracht, sich an den Frauen zu rächen.

Die DemonstrantInnen werden brutal zum Schweigen gebracht und es dringen kaum Informationen nach außen. Das Internet wurde abgeschaltet und ausländische JournalistInnen werden daran gehindert ihre Hotels zu verlassen. TERRE DES FEMMES möchte auf diese Gräueltaten aufmerksam machen und fordert, dass sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe geahndet wird, wie es einem Verbrechen gegen die Menschlichkeit entspricht.

 

Stand: 06/2019

Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.